Die Energiebranche braucht auch im Schwarzfall ein sicheres Kommunikationsnetz für Sprache und Daten.

Die Energiebranche braucht auch im Schwarzfall ein sicheres Kommunikationsnetz für Sprache und Daten.

Bild: © IgorZh/AdobeStock

Die Bundesnetzagentur befürwortet derzeit, die Frequenzen für die 450 MHz vorrangig für Anwendungen kritischer Infrastrukturen bereitzustellen. "Im Fall der Versorgung kritischer Infrastrukturen sind die technischen Belange der Zuverlässigkeit und Sicherheit von Kommunikationsnetzen deshalb von herausgehobener Bedeutung", heißt es bei der Bonner Behörde.

Die BNetzA hat daher in einem offiziellen Verfahren "interessierte Unternehmen" aufgefordert, ihren potenziellen Frequenzbedarf im Bereich 450 MHz auf Grundlage der von ihr erarbeiteten Eckpunkte (externer Link) bis zum 28. Februar zu bekunden und darzulegen. Auf Grundlage der ermittelten Frequenzbedarfe soll der Entwurf einer Entscheidung der Präsidentenkammer zur Bereitstellung der oben genannten Frequenzen errichtet werden. Zugleich gelte es, zu den Eckpunkten Stellung zu nehmen.

Unter Entscheidungsvorbehalt der Bundesregierung

Mit dem offiziellen Verfahren soll der bislang eher wenig entscheidungsfreudigen Politik noch mehr Zeit für eine Entschluss gewährt und gleichzeitig gewährleistet werden, dass das Verfahren doch noch bis Ende des Jahres abgeschlossen werden könne, erfuhr die ZfK. Bis 31. Dezember 2020 laufen die Nutzungsrechte aus und sollen neu vergeben werden.

Das Verfahren stehe jedoch ausdrücklich unter einem Entscheidungsvorbehalt der Bundesregierung, der auch zu Gunsten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und Bundeswehr ausfallen könnte. "Aus Sicht der Versorger-Allianz 450 ist die Einleitung des Verfahrens sehr zu begrüßen, da es jetzt – endlich – weitergeht", kommentierte Theo Waerder, Vorstandsvorsitzender des Vereins Versorger-Allianz 450. Die Allianz werde sich dabei weiter für ein spartenübergreifendes Branchenmodell mit Gewinnbegrenzung einsetzen und allen Energie-, Wasser- und Abwasserunternehmen eine diskriminierungsfreie Nutzung der Frequenz ermöglichen. Dies sei auch unabhängig von der Wertschöpfungsstufe von Transport- oder Verteilnetz oder Spannungs- und Druckstufe.

Energiebranche braucht 450-MHz-Frequenz

Die Initiative Versorger-Allianz plant, innerhalb von drei Jahren ein bundesweites 450-MHz-Funknetz aufzubauen und dies unter Einbindung von Infrastruktur der Stadtwerke und Netzbetreiber. Aufgrund der Herausforderungen von Energiewende aber auch Klimawandel brauche die Branche ein sicheres und schwarzfallfestes Kommunikationsnetz für Sprache und Daten. Dies auch deshalb, da die zukünftigen Steuerungsaufgaben durch Sektorenkopplung und Komplexität weiter zunehmen werden. So sind zukünftig neben intelligenten Transformatoren, Ladeinfrastruktur, EEG-Anlagen, Trinkwasserbrunnen, Smart Meter, Grundwassermessstellen, Witterungsdaten, Einleitermessstellen, Gasqualitäten, Leistungsdaten usw. eine Vielzahl weiterer Parameter, und dies insbesondere im Störungs- und Schwarzfall, zu überwachen und gegebenenfalls Steuerungsmaßnahmen einzuleiten und durchzuführen. Dies ist aufgrund der Vielzahl der Komponenten und örtlichen Lage nur mit einem einheitlichen Funksystem zu leisten.

"Unsere Unterstützerunternehmen werden überwiegend von der KRITIS-Verordnung erfasst und stehen für eine sichere Strom-, Gas-, Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung. Selbst der Schienenverkehr der Deutschen Bahn wird erst durch die sicheren Netze eines unserer Unterstützer möglich. Eine Nutzung der 450-MHz-Frequenz über die Versorger-Allianz 450 ist deshalb auch nach Meinung des Eisenbahnbundesamtes sehr vorteilhaft und zielführend", verdeutlicht Waerder. (sg)

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