Die Bundesnetzagentur hat am Mittwoch zum vierten Mal detaillierte Ergebnisse ihrer Breitbandmessung veröffentlicht. "Gegenüber den Vorjahren zeigen sich erneut wenige Veränderungen. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde. Somit besteht nach wie vor Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur (BNetzA).
Im Download erhielten 70,1 Prozent der Nutzer bei stationären Breitbandanschlüssen mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. 2017/18 waren es 71,3 Prozent. Bei 16,4 Prozenzt der Nutzer wurde die Datenrate voll erreicht oder überschritten. Damit klettert der Wert leicht hoch, verglichen zu 2017/18, wo es noch zwölf Prozent waren. Wie die BNetzA mitteilte, beobachtet sie dies über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg.
Mobilfunk schneidet schlechter ab
Generell lagen die mobilen Breitbandanschlüssen auch im aktuellen Berichtszeitraum "deutlich" unter dem von stationären Anschlüssen. Im Download bekamen 14,9 Prozent der Nutzer (2017/18: 16,1 %) mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten geschätzten maximalen Datenübertragungsrate rein. Aber nur bei 1,5 Prozent der Nutzer wurde diese voll erreicht oder überschritten. Damit hat sich dieser Anteil zu dem Vorjahr nicht verändert.
Die BNetzA betont in diesem Kontext: Die Ergebnisse der Breitbandmessung hängen davon ab, welchen Tarif der Nutzer mit dem Anbieter vereinbart hat. Insofern können auf der Grundlage der Breitbandmessung keine Aussagen zur Versorgungssituation oder Verfügbarkeit von breitbandigen Internetzugangsdiensten getroffen werden. Es wird lediglich geprüft, ob die Anbieter ihren Kunden die vertraglich zugesicherte Bandbreite liefern. Der komplette Bericht ist hier abrufbar.
Breko freuen die Ergebnisse
Diese zeigen, dass "es richtig ist", auf reine Glasfaser zu setzen, betont der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) bei der Veröffentlichung: Ein echter Glasfaseranschluss (FTTB/H) sei nicht nur schneller, sondern erreicht die zugesicherten Bandbreiten zuverlässiger und stabiler als andere Anschlusstechnologien.
Zu den Ergebnissen der BNetzA erklärt Breko-Geschäftsführer Stephan Albers: "Das Festnetz ist der Garant für einen leistungsfähigen und zuverlässigen Internetzugang. Gerade in dieser durch den Corona-Virus ausgelösten, schwierigen Situation ist es wichtig, dass sich die Kundinnen und Kunden auf ihre Konnektivität verlassen können." Durch die aktuelle Lage sieht der Breko außerdem verstärkt den Trend zur Nachfrage höherer Bandbreiten, die "nur mit echten Glasfaseranschlüssen erreicht werden können". (gun)



