"Warum wir Glasfaser ausbauen? Wir haben ein Kino, ein Schwimmbad und müssen unser Wärmenetz auf Fernwärme umstellen. So kamen wir schnell zum Schluss, dass es weiterer finanzieller Mittel bedarf", erläuterte Dirk Sasson, Geschäftsführer der SW Schwedt bei der Fachkonferenz "Energiewende lokal gestalten: klimagerecht, digital, smart“. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Infrastrukturministerium Brandenburg und der Landesgruppe Berlin-Brandenburg des VKU organisiert. Die Stadtwerke sind seit 1998 Telekommunikationsanbieter und haben rund 20.000 Kunden, was einer Marktabdeckung von ungefähr 90 Prozent entspricht.
Bei den Stadtwerken Finsterwalde war es aus der Not geboren: "Wir haben auf Glasfaserausbau gesetzt, weil unsere Internetanbindung grottenschlecht war und keiner ausbauen wollte", bekräftigt Andy Hoffmann, Geschäftsführer der SW Finsterwalde. Seine Stadtwerke vermarkten genauso wie die SW Schwedt auch ihre eigenen Dienstleistungen. "Nur die Netze bauen, damit jemand Fremdes seine Dienste darüber anbietet, bringt nichts", betonte Hoffmann. Denn die Dienste erzielen auch die höheren Renditen und ermöglichen verschiedene Geschäftsfelder.
Fachleute einkaufen, aber...
"Wichtig ist, halbschwanger geht nicht. Wenn sie Glasfaser ausbauen, dann machen sie automatisch IT. Sie benötigen diese seltenen Fachleute und müssen deren Gehälter auch in ihrer Kostenkalkulation gut unterbringen. Eine IT-Fachkraft reicht für ein solches Vorhaben nicht", gab Sasson den Anwesenden noch mit auf den Weg.
VKU-Landesgruppenvorsitzender Harald Jahnke betonte: "Die kommunalen Unternehmen sind unverzichtbarer Partner, um die Energiewende in den brandenburgischen Städten und Gemeinden voranzutreiben. Sie arbeiten mit innovativen, zukunftsweisenden und sektorenübergreifenden Projekten daran, Emissionen einzusparen." (gun)



