Insgesamt 13 Verbände der Initiative „Fachkräfte für den Glasfaserausbau“ schlagen der Bundesregierung Maßnahmen für verbesserte Ausbaubedingungen von Glasfasernetzen vor. Der Fachkräftemangel und die damit einhergehenden fehlenden Tiefbaukapazitäten seien wesentliches Hindernis, das Ziel der Bundesregierung – eine gigabitfähiger Infrastruktur bis 2025 – zu erreichen, heißt es in einem Schreiben der 13. Bestehende Weiterbildungsangebote sollen deshalb nach Ansicht der Verbände gestärkt und weiter ausgebaut werden.
Die Initiative Fachkräfte für den Glasfaserausbau wurde im Juni 2018 vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Bundesbreitbandbüro ins Leben gerufen. Sie unterstützt das Vorhaben der Bundesregierung, Glasfasernetze sehr viel weiter in die Fläche zu bringen. Ihr gehören inzwischen BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft), Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation), Buglas (Bundesverband Glasfaseranschluss), DIHK, FBB (Fachverband Fernmeldebau), FRK (Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation), GLT (Gütegemeinschaft Leitungstiefbau), HDB (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie), rbv (Rohrleitungsbauverband), VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten), VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik), ZVEH (Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke) und ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) an.
Geflüchtete fit machen für den Tiefbau
Die Verbände sehen insbesondere Ansatzpunkte im Bereich der Weiterbildung von Mitarbeitern der Unternehmen und Kommunen. So sollte unter anderem in einer konzertierten Aktion darauf hingewirkt werden, dass mehr Fachkräfte für den Glasfaserausbau gewonnen werden.
Vor allem im Tiefbau bestehe ein Fachkräfteengpass. Abhilfe sehe man unter anderem in der Gewinnung von Geflüchteten für diesen Bereich. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sollte hier konkreter unterstützen, ebenso die Arbeitsagenturen bei der Vermittlung von Arbeitssuchenden, lautet eine Forderung. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales seien hier gefragt, Mitarbeiter bzw. Berater in den Behörden zu informieren, zu schulen und zu motivieren, entsprechende Zielgruppen für ihren aktiven Beitrag zum Glasfaser-Ausbau zu gewinnen.
Komplexität reduzieren
Parallel dazu sind Prozessvereinfachungen und die Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsprozessen erforderlich. Beispielsweise sei anzustreben, die Detailtiefe in der Planungs- und Angebotsphase und die Dokumentationspflichten bei der Antragstellung zu reduzieren. Auch ein Single Point of Contact – analog in den Genehmigungsbehörden als einheitlicher Ansprechpartner für ausbauwillige Unternehmen und digital über ein Bauportal, das perspektivisch in ein Unternehmensportal integriert wird – würde zu Vereinfachungen führen, heißt es weiter. (sg)



