Der kommunale Glasfaseranbieter M-Net hat einen Teil eines 1.200 Kilometer langen und durchgängigen Quanten-Netzes in Betrieb genommen. Der laut Unternehmensangaben europaweit einzigartige Glasfaserring bildet den neuen Kernbereich des Telekommunikationsnetzes des Unternehmens. In dem Netz erfolgt die Übertragung der Daten durchgängig über Licht – ohne Umwandlung in elektrische Signale. Die mögliche Übertragungsleistung liegt bei 76 Terabit pro Sekunde über eine Glasfaser.
Die neue Hochgeschwindigkeits-Datenautobahn besteht aus zwei Ringen. Der Startschuss für den sogenannten Bayernring von München nach Nürnberg erfolgte am heutigen Mittwoch (22. Januar) beim Neujahrsempfang der M-Net in München. Bis Jahresende soll zudem der Ringschluss für den sogenannten Südwestring von München zum weltgrößten Internetknotenpunkt, dem Deutschen Commercial Internet Exchange in Frankfurt erfolgen. Der Bayernring verfügt über zusätzliche Relaisstationen in Ingolstadt und Regensburg, der Südwestring über die Relais-Stationen Augsburg, Ulm, Würzburg, Stuttgart und Karlsruhe. An den Stationen können Lichtsignale für die Übertragung im Netz aus- und eingekoppelt werden.
Ring ermöglicht Auslagerung von Serversystemen in die Cloud
Das neue Kernetz der M-Net ist laut Pressmitteilung schneller, leistungsfähiger und zuverlässiger als zuvor. Zudem soll es neue Maßstäbe in Punkto Sicherheit setzen. So gelten Glasfaserkabel als besonders abhörsicher. "Die besonders ausfallsichere Ringstruktur sowie das moderne Netzdesign verschaffen uns eine völlig neue Unabhängigkeit und Flexibilität in der Produktentwicklung und Preisgestaltung", erklärte Nelson Killius, der Sprecher der Geschäftsführung von M-Net. Vor allem bei Service, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit biete das neue Netz spürbare Vorteile den bayerischen Mittelstand. Die geringe Latenzzeit im Bayernring erlaubt die Auslagerung von Serversystemen in die Cloud, ohne dass im Vergleich zum lokalen Betrieb Verzögerungen beim Zugriff auf die Systeme und Daten spürbar würden.
Gleiche Bedingungen für kleine Firmen und Großkonzerne
Gleichzeitig werden Standortvernetzungen und Datenanbindungen in "bislang ungeahnten Geschwindigkeiten" möglich. Dadurch erhielten kleinere mittelständische Firmen im Freistaat in von M-Net versorgten Gebieten die gleiche digitale Infrastruktur, wie sie bisher nur Großkonzernen zur Verfügung stehe. M-Netz nutzt für das Quanten-Netz neueste Technologie und steigert dadurch die Transportkapazität im eigenen Netz um die Zehnfache. Gleichzeitig sinkt der Latenzzeit auf einen Wert im einstelligen Milliisekundenbereich. Sie sei damit prädestiniert für Echtzeitanwendungen jeglicher Art. "Mit dem Bayernring beweisen wir eindrucksvoll unsere Stellung als Technologieführer im Bereich Glasfaser. Jeder da draußen soll wissen: Das Photon ist mächtiger als das Elektron. Und darauf bauen wir - auch in Zukunft", erklärte Hermann Rodler, der technische Geschäftsführer von M-Net.
Kooperation mit Nokia und TU München
Lob gab es auch aus der Politik. M-Net gehöre als Innovationstreiber zu den Unternehmen, die die technologischen Voraussetzungen für den Erfolg der hiesigen Wirtschaft schafften, zeigte sich auch Ministerialdirektor Alexander Voitl vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat stolz über die Neuerung des Münchner Glasfaseranbieters. Bei dem Projekt wird auch die neueste Generation von Transpondern der Firma Nokia eingesetzt. Diese machten die Infrastruktur um ein Vielfaches energieeffizienter als die derzeitigen Verfahren im Glasfaserausbau. Weitere Porjektpartner sind die TU München sowie der Infrastrukturpartner "GasLINE", der einen Teil der passiven Infrastruktur des Bayernrings bereitgestellt hat. (Einen Artikel über den Glasfaserausbau in Augsburg, der ebenfalls auf dem Neujahrsempfang bekannt gegeben wurde lesen hier.)



