Klaus Müller steht seit März 2022 als Präsident an der Spitze der Bundesnetzagentur. Zuvor war der 53-jährige frühere Grünen-Politiker Vorstand und Repräsentant der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Klaus Müller steht seit März 2022 als Präsident an der Spitze der Bundesnetzagentur. Zuvor war der 53-jährige frühere Grünen-Politiker Vorstand und Repräsentant der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Bild: © Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur rechnet mit einer Entscheidung über das Wasserstoff-Kernnetz in diesem Sommer. Das bekräftigte ihr Präsident, Klaus Müller, auf einer Branchenveranstaltung. Müller geht davon aus, dass die Fernleitungsnetzbetreiber im Mai ihren finalen Antrag stellen. Die Frist dafür ist der 21. des Monats.

Diesen werde die Behörde "nur kurz konsultieren", kündigte er an. Müller verwies in dem Zusammenhang darauf, dass es zum Entwurf des Kernnetzes zuvor schon "viele" Konsultationen gegeben habe. Somit könne auch der Szenariorahmen für den integrierten Netzentwicklungsplan wie geplant zum 30. Juni fix sein.

Appell an Akteure

An Stadtwerke und andere Akteure appellierte er, spätestens jetzt die Bedarfe an Wasserstoff etwa im Gewerbe oder in der Industrie zu erheben und anzuzeigen. "Je früher, desto besser." Absichtserklärungen allein reichten nicht.

Im Juli wolle der Präsident der Bundesnetzagentur dann "einen grünen Haken" an das Ganze machen, betonte er. Dies wäre bei einer Dauer von 15 Monaten von der ersten Idee bis zur Umsetzung "fast Deutschlandgeschwindigkeit", so Müller.

Zugleich stellte er noch einmal klar, dass das Kernnetz lediglich eine Basis schaffen solle. Es enthalte nicht jede Leitung oder jeden Speicher, die in der Zukunft womöglich gebraucht würden. Eine Weiterentwicklung des Netzes sei also geboten.

Dass aber das Kernnetz tatsächlich bis zum Sommer auf dem Papier stehen wird, ist nicht ausgemacht. Denn noch enthalten die Pläne der Bundesregierung aus Sicht der Branche erhebliche Mängel.

Warnung vor Kapitalverzehr

Ein Knackpunkt stellt die Finanzierung dar. Aktuell ist dabei ein Selbstbehalt von 24 Prozent vorgesehen. "Viel zu hoch", monierten Branchenvertreter in einer Anhörung im Februar im Bundestag.

Das findet auch Thomas Hüwener, Mitglied der Geschäftsführung des Fernleitungsnetzbetreibers Open Grid Europe. "Wir müssen uns darüber unterhalten", sagte er auf ZfK-Nachfrage. Der Kapitalbedarf für den weiteren Netzausbau sei hoch, es dürfe nicht zu einem Kapitalverzehr kommen, mahnte Hüwener.

Die Diskussion fand anlässlich des dritten "Wasserstofftags" von Westenergie und Westnetz statt. (dz)

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