Seit 1. Dezember neuer 50Hertz-Chef: Stefan Kapferer

Seit 1. Dezember neuer 50Hertz-Chef: Stefan Kapferer

Bild: © 50Hertz

In den ersten Monaten dieses Jahres blies der Wind insbesondere in den nördlichen Regionen des 50Hertz-Netzgebietes häufig und kräftig, sodass es zu einer überdurchschnittlichen Windenergieeinspeisung kam. Im Februar konnten die erneuerbaren Energien den Strombedarf zwischen Ostseeküste und Erzgebirge bilanziell im Monatsmittel schon zu einem Großteil decken: Wind und Sonne hatten einen Anteil von rund 85 Prozent am Stromverbrauch.

Viel Sonne und ein nahezu wolkenfreier Himmel in der vergangenen Woche führten zu einem weiteren Allzeithoch. Am Montag, 23. März, hat 50Hertz in der Mittagszeit knapp 8.500 MW Photovoltaikstrom vollständig und sicher in das Netz integriert und zu den Abnehmern transportiert – ohne ein einziges Megawatt Strom aus Photovoltaik abregeln zu müssen. Ein neuer Rekord, wie das Unternehmen mitteilte.

Bedarf an korrigierenden Regelleistungseinsätzen durch 50Hertz nicht signifikant verändert

Dazu erklärte Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz: „Unsere Kolleginnen und Kollegen sind in der Lage, mit meteorologisch bedingten Schwankungen beim Stromangebot aus Erneuerbaren Energien routiniert umzugehen und sogar höchste Einspeisewerte in unser System zu integrieren. Auch der derzeitige Rückgang der Stromnachfrage als Folge der Corona-Pandemie-Maßnahmen ist für uns derzeit gut zu managen.“

Kurzfristige Last- oder Erzeugungsänderungen werden grundsätzlich effizient über den Börsenhandel ausgeglichen. Die Anpassung an mehr oder weniger kurzfristige Angebots- und Nachfrageveränderungen gehöre zu den typischen Anforderungen an die Systemführung, sagte Kapferer weiter. Und bislang habe sich der Bedarf an korrigierenden Regelleistungseinsätzen durch 50Hertz nicht signifikant verändert.

"Erhöhen bei Bedarf unsere Regelleistungsreserven"

„Wir beobachten die Situation aber sehr genau und erhöhen bei Bedarf unsere Regelleistungsreserven“, so Stefan Kapferer. 50Hertz stünden im Verbund mit den ÜNB genügend Werkzeuge zur Verfügung, um mögliche Schwankungen auszugleichen. Sollte es schließlich aufgrund des Einspeisevorrangs der EEG-Anlagen zu niedrigen Börsenstrompreisen und damit zu Abschaltungen konventioneller Kraftwerke kommen, seien ausreichend Reservekapazitäten vorhanden. „Diese Kapazitäten gewährleisten in Ergänzung zur Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien einen stabilen Netz- und Systembetrieb“, erklärte der Vorsitzende der 50Hertz-Geschäftsführung. (pm)

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