Den Kooperationsvertrag zum Bau eines hybriden Interkonnektors zwischen beiden Ländern unterzeichneten die Chefs beider Unternehmen, Stefan Kapferer und Thomas Egebo, in Kopenhagen, teilte 50Hertz in Berlin mit. Das "Energy Hub" auf Bornholm sieht die Möglichkeit weiterer Ausbaustufen vor und könnte die Basis für ein Offshore-Stromnetz in der Ostsee bilden, heißt es weiter.
Gleichstromverbindung mit 400 Kilometer Länge
Kernstück des Projektes ist eine über 400 Kilometer lange Gleichstromverbindung zwischen beiden Ländern, die von der Ostseeinsel Bornholm aus zur dänischen Insel Seeland und Richtung Südwesten zur Küste von Mecklenburg-Vorpommern führen soll.
«Über diese Verbindung soll unter anderem Strom transportiert werden, der in Windparks mit einer Kapazität von 2000 Megawatt vor der Küste von Bornholm in dänischen Gewässern erzeugt wird», so die Mitteilung. «Daneben steht die Übertragungskapazität für den grenzüberschreitenden Stromhandel zur Verfügung.»
Offen für weitere Netzbetreiberinnen
50Hertz hob die Ausbaufähigkeit des Projektes hervor. Beispielsweise könnten sich weitere Netzbetreiberinnen aus dem Ostseeraum anschließen. Zudem könnten in dieses Terminal weitere Anlagen zur Stromerzeugung und zur Stromumwandlung, zum Beispiel in grünen Wasserstoff, eingebunden werden. Die Investitionskosten werden mit rund zwei Milliarden Euro beziffert.
Das Projekt ist Teil der ambitionierten Pläne zum Ausbau der Windenergie Dänemarks. Klima- und Energieminister Dan Jørgensen hatte im vorigen Jahr den weltweit ersten Bau von Energieinseln in der Nordsee und bei Bornholm mit einer Gesamtkapazität von 4000 Megawatt angekündigt. Diese vier Gigawatt entsprechen damaligen Angaben des Klimaministeriums zufolge mehr als dem Doppelten der derzeitigen Offshore-Windleistung Dänemarks.
Auch mit dem belgischen Übertragungsnetzbetreiber Elia Transmission Belgium (ETB) hat Energinet der Mitteilung zufolge ein Abkommen unterzeichnet. Beide wollen über ein 600 Kilometer langes Seekabel zwei Energieinseln in der Nordsee miteinander verbinden und dadurch Windparks vor den Küsten Dänemarks und Belgiens miteinander verknüpfen. (sg/dpa)



