Das Kernkraftwerk Grohnde (KWG) befindet sich in der Gemeinde Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont. Es gehört zu fünf Sechsteln dem Eon-Konzern und zu einem Sechstel den Stadtwerken Bielefeld. Die elektrische Nettoleistung liegt bei 1360 MW.

Das Kernkraftwerk Grohnde (KWG) befindet sich in der Gemeinde Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont. Es gehört zu fünf Sechsteln dem Eon-Konzern und zu einem Sechstel den Stadtwerken Bielefeld. Die elektrische Nettoleistung liegt bei 1360 MW.

Bild: © Preußenelektra

Das Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln soll Ende Dezember endgültig abgeschaltet werden. Der genaue Tag stehe noch nicht fest, teilte der Betreiber Preussenelektra auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. «Aller Voraussicht nach wird dieser Tag aber in der zweiten Dezemberhälfte 2021 liegen.» Der Rückbau der Anlage soll ein Jahr nach der Abschaltung beginnen. Noch fehle dafür aber die Genehmigung des niedersächsischen Umweltministeriums. Das Genehmigungsverfahren habe Ende 2017 begonnen.

Preussenelektra rechnet damit, dass der nukleare Rückbau 10 bis 15 Jahre dauern wird. «Daran schließen sich noch rund zwei Jahre für den konventionellen Abbruch der Gebäude an», hieß es. Die Eon-Tochter Preussenelektra hält 83,3 Prozent der Anteile an der Anlage, die restlichen 16,6 Prozent gehören den Stadtwerken Bielefeld. "Im letzten Betriebsjahr 2021 finden parallel zur Stromerzeugung bereits Vorbereitungen auf den mehrjährigen Rest- und Nachbetrieb statt", heißt es auf ZfK-Anfrage. Seit mehreren Jahren werde geordnet auf den Zeitpunkt der Stilllegung hin gearbeitet.

Stadtwerke rechnen mit Auswirkungen auf die Bilanz

Die  Stilllegung des Atomkraftwerks Grohnde dürfte sich künftig auch auf die Bilanz der Stadtwerke Bielefeld auswirken und zu einem Rückgang der Gewinne in der Versorgung führen. Darauf hatte der Kommunalversorger bereits bei den Bilanzpressekonferenzen der vergangenen Jahre hingewiesen, auch mit Blick auf die Kompensation der Verkehrsverluste.

Das Kernkraftwerk Grohnde war 1985 in Betrieb genommen worden. Nach Angaben von Preussenelektra war es mit Blick auf die jährliche Stromproduktion mehrfach unter den zehn erzeugungsstärksten Kernkraftwerken weltweit. Die Stilllegung ist Teil des 2011 beschlossenen Atomausstiegs in Deutschland.

Bisher sind rund 500 Menschen am AKW Grohnde beschäftigt, davon etwa 300 von Preussenelektra. Während des Rückbaus werde diese Zahl schrittweise zurückgehen, teilte der Betreiber mit. Das Unternehmen sprach von «Anpassungen», die sozialverträglich erfolgen sollen.

Betriebserlaubnis endet dieses Jahr

Das Umweltministerium in Hannover verwies darauf, dass die Betriebserlaubnis für das Kraftwerk am 31. Dezember 2021 endet. Im vergangenen Frühjahr war das Atomkraftwerk für eine sechswöchige Wartung vom Netz genommen worden. Wegen coronabedingter zusätzlicher Schutzmaßnahmen dauerte die jährliche Revision länger als geplant.

Deutschlandweit sind nur noch sechs Atomkraftwerke in Betrieb. Neben Grohnde gehört in Niedersachsen das Kernkraftwerk Emsland dazu. Bis Ende 2021 werden Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf abgeschaltet, bis Ende 2022 folgen mit Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 auch die letzten deutschen Atomkraftwerke.  (hoe/dpa)

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