Die EnBW hat am Donnerstag den Abbruch der beiden Kühltürme auf dem Kraftwerksgelände in Philippsburg erfolgreich vollzogen. In der Folge kann der Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW mit dem Bau des Gleichstrom-Umspannwerks am selbigen Standort beginnen.
Der Abbruch der Kühltürme wurde durch mehrere gezielte Sprengungen im unteren Bereich der Türme eingeleitet. Dadurch fiel gegen 6.05 Uhr zunächst der Kühlturm des ersten Kraftwerkblocks wie geplant in sich zusammen und nur wenige Sekunden später der Kühlturm des zweiten Blocks. Beide Türme kamen – wie vorgesehen – an Ort und Stelle auf dem Boden auf. Der Abbruch verlief jederzeit sicher, teilte das Unternehmen mit.
Bau des Umspannwerks beginnt
Transnet BW kann nun mit dem Bau des Gleichstrom-Umspannwerks beginnen. Die Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz war bereits im März vom Landratsamt Karlsruhe erteilt worden. Die Hochbauarbeiten sollen im Lauf des dritten Quartals 2020 starten. Die vollständige Übergabe aller Baufelder an die TransnetBW wird nach deren Räumung durch die EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) erfolgen, teilte das Unternehmen mit.
„Die Errichtung unseres Gleichstrom-Umspannwerks dort, wo die Kühltürme des Kernkraftwerks standen, ist ein sichtbares Zeichen und Sinnbild für das Voranschreiten der Energiewende“, so Werner Götz, Vorsitzender Geschäftsführer der TransnetBW. „Vom Standort Philippsburg wird durch das Übertragungsnetz der TransnetBW in Zukunft erneuerbarer Strom in die ganze Region fließen. So stellen wir als Übertragungsnetzbetreiber in Baden-Württemberg sicher, dass unser Land auch in einer Zukunft ohne Kernkraft und Kohle den Strom hat, den es braucht.“
Endpunkt des ULTRANET
Das Gleichstrom-Umspannwerk Philippsburg bildet den südlichen Endpunkt der Gleichstromleitung ULTRANET, die in Zukunft erneuerbaren Strom verlustarm aus dem Norden Deutschlands nach Süden bringen soll und umgekehrt. Das Gleichstrom-Umspannwerk wird den Strom, der über ULTRANET nach Philippsburg transportiert wird, in Wechselstrom umwandeln. Dieser wird dann vor Ort in das vorhandene 380-kV-Wechselstromnetz eingespeist und in die Region weitergeleitet. Darüber hinaus ermöglicht das Gleichstrom-Umspannwerk im umgekehrten Fall - z. B. zum Abtransport überschüssigen Fotovoltaik-Stroms vom Süden in Richtung Norden - die Wandlung von Wechsel- in Gleichstrom. (pm)
