Das Atomkraftwerk Tihange. Bei einem schweren Nuklearunfall im belgischen Atomkraftwerk Tihange würde die Katastrophenhilfe in der Grenzregion nach einer neuen Studie nicht gut funktionieren.

Das Atomkraftwerk Tihange. Bei einem schweren Nuklearunfall im belgischen Atomkraftwerk Tihange würde die Katastrophenhilfe in der Grenzregion nach einer neuen Studie nicht gut funktionieren.

Bild: © Oliver Berg/dpa

Trotz Chernobyl und Fukushima wird Atomenergie immer wieder als „saubere“ Alternative zu fossilen Energieträgern diskutiert. Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt nun, dass Atomkraftwerke aus wirtschaftlicher Sicht nie gegen die Konkurrenz bestehen konnte und können wird.

Keines der über 6000 auf der Welt gebauten Atomkraftwerke war oder ist wettbewerbsfähig. Für den langjährigen Betrieb waren immer massive, staatliche Subventionierungen nötig, so das DIW. Das Institut hat anhand eines betriebswirtschaftlichen Modells, in das der heutige und künftige Strompreis, die Investitionskosten, sowie die Kapitalkosten einfließen, errechnet, dass jedes AKW, das heute gebaut wird, einen Verlust von 4,8 Mrd. Euro kassieren wird.

Strompreise von 150 Euro

Unter keinen realistischen Bedingungen könne ein Atomkraftwerk einen positiven Nettobarwert aufweisen, im besten Fall belaufe sich das Minus auf 1,6 Mrd. Euro, so die DIW-Rechnun. Selbst mit den absehbaren CO2-Preisen sei die Kernenergie gegenüber den Fossilen nicht wettbewerbsfähig – sie liegt immer noch um das doppelte über dem Preis für Kohlekraft.

Die Modellrechnung des DIW zeigt: Je nach Rahmenbedingungen müsste der Strompreis bei 120 bis 150 Euro pro MWh liegen, damit Atomstrom kostentragend wäre. Dieses Preisniveau liegt jedoch drei- bis viermal über den aktuellen Strompreisen. (ls)

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