Flaute bei Wind, Gedränge bei Sonne

Flaute bei Wind, Gedränge bei Sonne

Bild: © Eisenhans/AdobeStock

„Die Szenarien des BMWi prognostizieren, dass ein größerer Teil des Ausbaus der erneuerbaren Energien im europäischen Ausland erfolgt“, so Simone Peter, BEE-Präsidentin. Hier würden die Prämissen falsch liegen, die die heimischen Potenziale deutlich zu niedrig einschätzen, moniert Peter weiter. Dadurch würden die nationalen Ausbaupfade der erneuerbaren Energien zu niedrig angesetzt und die nationale Energieversorgung erheblich und unnötig abhängig von kaum beeinflussbaren Rahmensetzungen in anderen Staaten gemacht.

Die drei Szenarien hat Peter Altmaiers Ministerium in Auftrag gegeben, um die zukünftige Entwicklung des Energiesystems zu modellieren und die energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen. Die Modellierung umfasst das gesamte Energiesystem, also übergreifend die Erzeugung von Strom, Wärme und Wasserstoff sowie die Nachfrage nach Energie in den Sektoren Industrie, Verkehr, Gebäude und Geräte. Die Energieinfrastrukturen (Strom und Gase) werden ebenfalls mit gezeichnet.

Politische Realität hat Szenarien längst überholt

Der BEE plädiert für eine stärkere Berücksichtigung der Erneuerbaren-Potenziale im eigenen Land und deren stärkeren Ausbau. Zudem würde die Bioenergie als steuerbare Energiequelle deutlich unterschätzt, was wiederum mit einem massiven und teuren Ausbau der Übertragungsnetze einhergehe, so der Bundesverband weiter.

Zudem setzten die Szenarien eine deutlich höhere Kostenstruktur der Erneuerbaren an als vergleichbare Studien und stehe im Gegensatz zu bereits beschlossenen Zielen der Bundesregierung. So geht das Wasserstoffszenario von einer heimischen H2-Erzeugung im Jahr 2030 in Höhe von 5,4 bis 6,8 TWh aus. Die deutsche Wasserstoffstrategie jedoch peilt 14 TWh an. Allerdings muss man auch beachten, dass alle Szenarien noch in der Ausarbeitung sind und noch aktualisiert werden können. (lm)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper