Stolz auf ihren Photovoltaik(PV)-Mieterstrom-Piloten vom Februar 2019 (von links): Tobias Kühn (Energiemanager bei der BGW Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen), Rainer Müller (Stadtwerke-Geschäftsführer), Sabine Kubitza (BGW-Chefin) und Lucas Weidlich (Stadtwerke-Produktentwickler). Im Hintergrund eines der beiden Häuser. Die PV-Anlagen leisten insgesamt fast 42 kW.

Stolz auf ihren Photovoltaik(PV)-Mieterstrom-Piloten vom Februar 2019 (von links): Tobias Kühn (Energiemanager bei der BGW Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen), Rainer Müller (Stadtwerke-Geschäftsführer), Sabine Kubitza (BGW-Chefin) und Lucas Weidlich (Stadtwerke-Produktentwickler). Im Hintergrund eines der beiden Häuser. Die PV-Anlagen leisten insgesamt fast 42 kW.

Bild: © Stadtwerke Bielefeld

Die Stadtwerke Bielefeld und ihre kommunale Wohnbauschwester BGW haben ein Mieterstrom-Pilotprojekt fertiggestellt. Auf den Dächern zweier Mehrfamilienhäuser der BGW mit insgesamt nur zwölf Wohneinheiten ließ der Versorger Photovoltaik(PV)-Anlagen installieren, deren direkt verbrauchter Strom vergünstigt den Mietern zugutekommt. Der Rest wird gegen EEG-Vergütung ins Netz eingespeist. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Stadtwerke vom Mittwoch hervor.

Bemerkenswert ist wie klein der Pilot ist und ,dass die Stadtwerke ausdrücklich auch anderen Mehrfamilienhausbesitzern Mieterstrommodelle anbieten wollen. Vor vier Jahren noch vermutete die Energieversorgung Selb-Marktredwitz (ESM), ihr Objekt mit 42 Wohneinheiten sei das kleinste bundesweit (siehe gedruckte ZfK Juni 2015, Seite 12). Der Projektier-, IT- und Abwicklungsaufwand von Mieterstrom hat einen hohen Fixkostenanteil, egal, wie groß das Objekt ist. Die meisten Projektentwickler gehen daher möglichst nahe an den Förderdeckel von 100 kWp auf entsprechend großen Mietskasernen heran.

90 Prozent des Grundversorgungspreises

In Bielefeld jedenfalls wurden insgesamt zwei PV-Anlagen installiert, eine mit 14 kW Maximalleistung, eine mit knapp 28. Sie sollen im Jahr knapp 34.000 kWh Strom erzeugen. Ein durchschnittlicher Familienhaushalt verbraucht gut ein Zehntel davon. Die lokal erzeugte grüne Elektrizität ist in Bielefeld als "Mieterstrom" für die Bewohner zehn Prozent günstiger als der Grundversorgungstarif "Enerbest".

Das muss er ohnehin sein. Denn nur dann gibt es den "Mieterstromzuschlag". Er entspricht einer Teilrückzahlung der EEG-Umlage, die selbst auf lokale Ökostromlieferungen erst einmal zu 100 Prozent fällig ist, solange Erzeuger und Verbraucher verschieden sind (keine Eigenversorgung).

Lackmann neu in White-Label-Übersicht der ZfK

Unterdessen hat der 20. Anbieter in der ständigen ZfK-Erhebung "Mieterstrom-White-Label für Stadtwerke" Auskunft gegeben: Es ist Lackmann aus Münster, ein Komplettdienstleister für Energieversorger und Anlagenbetreiber. Er hat mit Mieterstromprojekten über 100.000 kWh Jahresstromverbrauch generiert und gibt Erfahrung über Photovoltaik hinaus an. Weitere Details? Im unterstrichenen Bereich geht es für ZfK-Abonnenten zur ständigen ZfK-Erhebung "Mieterstrom-White-Labels für Stadtwerke". (geo)

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