Die Corona-Pandemie hinterlässt auf dem deutschen Strommarkt weiterhin deutliche Spuren. In den ersten Monaten 2021 fiel der Stromverbrauch im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren 2017 bis 2019 um bis zu vier Prozent, wie das Beratungsunternehmen Team Consult in der jüngsten Ausgabe seines Energiemarktradars zeigt.
Die Autoren gehen im optimistischen Szenario davon aus, dass es im Gesamtjahr 2021 zu Einbußen von fünf Terawattstunden (TWh) kommt. Im pessimistischen Szenario wären es zehn Terawattstunden.
Commodity-Preise ziehen an
Der Gasverbrauch dagegen sei von der Pandemie kaum betroffen, heißt es in der Analyse. Kraftwerke würden im Vergleich zu den Jahren 2017 bis 2019 mehr verbrauchen, die Industrie weniger. Unter dem Strich könnten sich 2021 die Effekte aufheben.
Deutlich erholt haben sich die Commodity-Preise. Im Vergleich zum Frühjahr und Sommer 2020 hätten die Preise für Kohle, Öl und Gas deutlich angezogen, notiert das Beratungsunternehmen. Aktuell kostet ein Barrel Öl um die 65 US-Dollar, eine Tonne Kohle um die 70 US-Dollar und eine Megawattstunde Gas im Day-Ahead knapp 18 Euro.
CO2-Preise nahe Allzeithoch
Dass die Gaskraftwerke weiterhin über Vorkrisen-Niveau beschäftigt seien, obwohl die Commodity-Preise wieder auf ihr gewohntes Niveau zurückgekehrt seien, überrasche etwas, schreiben die Autoren. Dies könne aber damit zu tun haben, dass die Preise für CO2-Zertifikate derzeit deutlich höher seien als früher. Die CO2-Preise bewegen sich beständig über 40 Euro pro Tonne und damit in der Nähe des Allzeitrekords.
Unterschiedlich habe sich die Krise auf die Schlüssebranchen der Industrie ausgewirkt, zeigt Team Consult. Am stärksten sei die Automobilindustrie betroffen, gefolgt von der Metallindustrie. Der Ifo-Index, der die Geschäftslage und -erwartungen wiedergebe, liege zwar in allen Branchen wieder über dem Vorkrisenniveau. Der Produktionsindex des Statistischen Bundesamts habe jedoch in der Automobil- und Metallindustrie noch nicht ganz das alte Niveau wieder erreicht. (ab)
Täglich aktualisierte Energiedaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.



