Der aktuelle Redispatch 2.0 bezieht Erneuerbare-Energie- und KWK-Anlagen ab 100 kW sowie steuerbare Lasten mit geringerer Leistung in die Koordination mit ein, um Engpässe auf allen Netzebenen zu vermeiden und das Stromnetz belastbarer, sicherer, effizienter und wirtschaftlicher zu machen. Prosumer in der Niederspannungsebene, die in entsprechender Menge ein enormes Potenzial zur Flexibilisierung der Netze besitzen, werden jedoch derzeit noch nicht zum Redispatch eingesetzt und vermarktet.
Deshalb zielt das Forschungsprojekt „Redispatch 3.0“ darauf ab, die Flexibilitäten von Kleinstanlagen hinter intelligenten Messsystemen hinsichtlich des Redispatchs und der Vermarktung zu erforschen.
In dem Verbundprojekt werden fünfzehn Partner aus Industrie, Forschung, Übertragungsnetzbetreiber und Verteilnetzbetreiber die Konzepte aus dem Redispatch 2.0 weiterentwickeln, um zusätzlich das Flexibilitätspotenzial der Niederspannungsebene zu nutzen. Dadurch sollen ein höherer Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz sowie die Senkung von Betriebs- und Investitionskosten bei den Netzbetreibern möglich werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert und vom Forschungsinstitut OFFIS, einem An-Institut der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, koordiniert.
Kisters bringt sich bei SCADA-App ein
IT-Anbieter Kisters ist bei dem Projekt für Entwurf, Implementierung und Test einer SCADA-App zuständig, die eine spannungsebenen-übergreifende Echtzeit-Kommunikationskaskade abwickeln wird, um die Informationsübermittlung zwischen den unterschiedlichen Netzebenen zum Zweck des Redispatchs zu koordinieren.
Dabei ist insbesondere die Kompatibilität unterschiedlicher Netzleitsysteme sicherzustellen. „Die Entwicklung von Leitsystemen mit weiterführenden Funktionen gehört seit Jahrzehnten zu unseren Kernkompetenzen“, sagt Michael Untiet, Leiter des Geschäftsbereichs Energie bei Kisters. „Auch eine marktfähige Implementierung des Redispatch-2.0-Prozesses haben wir bereits entwickelt und bringen diese Erfahrung in das Projekt ein.“
Durch das Projekt erhalte man zudem frühzeitig Einblick in mögliche neue Standards und Normen hinsichtlich des Informationsaustauschs zwischen Leitsystemen. „Diese Erkenntnisse werden wir bei zukünftigen Entwicklungen berücksichtigen“, so Untiet.



