Damit es mit dem Windausbau in Deutschland endlich wieder bergauf geht, hat das Bundeswirtschaftsministerium nun eine To-Do-Liste veröffentlicht.

Damit es mit dem Windausbau in Deutschland endlich wieder bergauf geht, hat das Bundeswirtschaftsministerium nun eine To-Do-Liste veröffentlicht.

Bild: © Rheinenergie

Im Frühjahr dieses Jahres gingen lediglich 41 Windenergieanlagen an Land in Betrieb. Das entspricht einem Leistungsvolumen von 134 MW und stellt nur ungefähr zehn Prozent der Zubaumenge im jeweils ersten Quartal der vergangenen drei Jahre dar. So das vernichtende Ergebnis einer Anlayse des Marktstammdaten- und Anlageregisters durch die Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind).

Ein Rückblick bis in das Jahr 2000 offenbart, dass die ersten drei Monate 2019 insgesamt die ausbauschwächsten waren. In nur sieben Bundesländern gingen überhaupt neue Anlagen ans Netz. Die meisten davon mit 41,2 MW Leistung in Rheinland-Pfalz, gefolgt von Niedersachsen (neun Anlagen) und Mecklenburg-Vorpommern (sechs Anlagen). Acht der insgesamt 41 installierten Windturbinen wurden im Rahmen eines Repowering errichtet.

Sturzflug seit April 2018

Der drastische Einbruch des Zubaus in den zwei bisherigen Ausschreibungen im Februar und Mai dieses Jahres ist kein Ausreißer, sondern vielmehr der Tiefpunkt eines sich lange vorher abzeichnenden Abwärtstrends. Seit einem Jahr spitzt sich die Situation onshore zu. Zuletzt im ersten Quartal 2018 erlebte der Zubau ein kurzes Hoch. Damals lag die installierte Menge im Vergleich zu den Zeitabschnitten der drei Vorjahre um 20 Prozent höher.

Ab April 2018 hat sich dieser Trend ins Negative verkehrt: Lag der Zubau im zweiten Quartal 2018 noch um ein Drittel unterhalb des Durchschnitts der drei Vergleichsperioden, stieg der Negativtrend im dritten Quartal bis auf 70 Prozent an. Im letzten Quartal 2018 erreichte der Zubau nur noch ein Viertel dessen, was in den jeweils letzten Quartalen der Jahre 2015 bis 2017 im Schnitt im Betrieb ging.

Klagen und Privilegien der Bürgerenergie wirken nach

Die Gründe hierfür liegen laut der FA Wind im Ausschreibungsjahr 2017: Damals gingen 90 Prozent der Förderzusagen an immissionsschutzrechtlich noch nicht genehmigte Windprojekte. Von 2688 MW an bezuschlagten Bürgerenergieprojekten wurden bis April dieses Jahres nur 167 MW tatsächlich realisiert. Auch die häufigen Klagen gegen erteilte Genehmigungen machen Projektierern nach wie vor zu schaffen. (ls)

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