Das Schweizer Start-up High Performance Battery (HPB) hat den weltweit ersten Feststoff-Akku entwickelt. Im Gegensatz zu anderen Feststoff-Akku-Vorhaben basiert die Technologie auf der chemischen Reaktion innerhalb des Akkus, wie HPB mitteilt.
Demnach werden Festionenleiter üblicherweise als Fertigteile in die Batterie eingebracht. Der HPB Festionenleiter entsteht, ähnlich einem "Zwei-Komponenten-Kleber", dagegen erst in der Batteriezelle. Dadurch soll die Technologie die Hürden für eine Serienproduktion von Feststoff-Akkus als mögliche Nachfolgetechnologie der Lithium-Ionen-Akkus überwinden.
Erste Funktionstests
Darüber hinaus soll die Batterietechnologie mit einer hohen Lebensdauer ohne Leistungsverlust bei annähernd konstanter Kapazität aufwarten. Ferner sei der Feststoff-Akku tiefentladefest und schnellladefähig und der Festionenleiter nicht entflammbar, heißt es. Die Technologie kommt zudem ohne den umstrittenen Rohstoff Kobalt aus.
In ersten Tests hat die Akkuzelle ihre grundsätzliche Funktionalität bereits bewiesen, wie HPB erklärt. Ein hohes Potenzial sieht das Start-up künftig in der E-Mobilität – ganz gleich, ob zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Insbesondere ist sie geeignet für die heimische Energieversorgung und das Zwischenspeichern von volatilem Strom.
Skalierung und Gigafactory
Die HBP will an Produzenten und Anwender Lizenzen für attraktive Marktsegmente vergeben. Für 2023 ist der Fertigungsstart der ersten Produktionslinie von 100.000 kWh geplant. Der modulare Aufbau der Produktion soll einen kurzfristigen Einstieg und eine Skalierung auf Gigafactory-Niveau ermöglichen.
Neben dem Vertrieb der Lizenzen und der Vorbereitung des Produktionsstarts will HPB die Akkuzelle weiterhin in Bezug auf Größe und Kapazität optimieren, heißt es weiter. Ziel sei es, Deutschland als Technologieführer für Akku-Industrie auf dem Weltmarkt zu positionieren. (jk)
