Erstmals in diesem Jahr ist der Gesamtkontostand des EEG-Kontos ins Minus gerutscht. Einnahmen von rund 1,89 Mrd. Euro standen im Juni Ausgaben von 3,15 Mrd. gegenüber. Diese Entwicklung lässt sich seit Beginn der Coronakrise im März beobachten und hat die bisherigen finanziellen Polster des EEG-Kontos nun komplett aufgezehrt. Das geht aus der Übersicht zum EEG-Konto auf der Internetseite "Netztransparenz.de" hervor.
Grund ist der deutliche Rückgang der Börsenstrompreise im Zuge der Coronakrise, dadurch sind die Erlöse aus der Erneuerbarenvermarktung massiv zurückgegangen. Dem stehen hohe Aufwendungen für die Einspeisung gestiegener Ökostrommengen gegenüber. Darüber hatte am Wochenende zuerst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet.
Vom Milliardenplus zum Milliardenminus
Im Februar war der Gesamtkontostand des EEG-Kontos noch um rund 200.000 Euro auf rund 2,4 Mrd. Euro gestiegen. Damals war der Saldo aus Einnahmen und Ausgaben noch positiv. Bis Ende Mai aber ist das satte Plus auf nur noch 98.000 Euro zusammengeschrumpft. Da im Juni nun erneut die Aufwendungen die Einnahmen deutlich überstiegen, wies das EEG-Konto per Ende Juni eine Unterdeckung von 1,16 Mrd. Euro aus.
Regierung hat EEG-Umlage gedeckelt
Um das Konto im kommendem Jahr wieder auszugleichen, müsste die EEG-Umlage deutlich steigen. Um aber den erhofften konjunkturellen Aufschwung nicht abzuwürgen und gleichzeitig zu hohe Belastungen für Verbraucher zu vermeiden, hat die Bundesregierung in ihrem Konjunkturpaket eine Deckelung der EEG-Umlage in 2021 auf 6,5 ct/kWh und 2022 bei 6 ct/kWh beschlossen. Dafür wird ein Finanzbedarf von knapp elf Euro veranschlagt. Dieser soll zum Teil auch mit Einnahmen aus dem ab 2021 eingeführten Brennstoffemissionshandel finanziert werden. (hoe)



