Damit Wind-, Sonnen-, und Bioenergie neben den fossilen Energieträgern eine Chance im Stromnetz haben, müssen sie seit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 nicht nur bevorzugt eingespeist werden, sondern erhalten dafür auch eine entsprechende Vergütung. Bis 2021 wird die Förderung und damit auch die Belastung für die Verbraucher weiter steigen, anschließend entspannt sich die Lage langsam.
In mittlerweile 18 Jahren EEG-Geschichte machten die Zahlungen an die Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen immer wieder deutliche Sprünge nach oben. Flossen 2000 noch rund 883 Mio. Euro pro Jahr, stieg die Summe 2012 bereits auf durchschnittlich 21.008 Mio. Euro an und soll dieses Jahr den Spitzenwert von 32.022 Mio. Euro erreichen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag hervor.
Von 40 Cent auf 4,5 Cent
Die bisherige Entwicklung der EEG-Vergütung skizziert den Trend der nächsten Jahre. Zwar sinken die Gestehungskosten bei Neuanlagen aufgrund des technischen Fortschritts und des wettbewerblichen Ausschreibungsdesigns, aber die extrem hohen Vergütungssätze von Altanlagen kosten Netzbetreiber und Verbraucher auch die kommenden Jahre Milliarden Euro.
PV- und Biogasanlagen, die vor fünf bis zehn Jahren installiert wurden, bekommen teilweise zwischen 20 und 40 Cent pro kWh. Im Vergleich dazu liefert die letzte Ausschreibungsrunde für PV-Freiflächenanlagen mit einem durchschnittlichen Zuschlagswert von 4,5 Cent pro kWh nahezu Dumpingpreise. Erreicht die Bundesregierung ihre Klimaziele in den kommenden Jahren und erhöht den Anteil der Erneuerbaren bis 2035 auf 55 bis 60 Prozent am Stromverbrauch, nimmt die EEG-Vergütung pro Jahr stetig zu. Während die Gesamtsumme 2019 noch auf 0,5 Mrd. Euro für Neuanlagen geschätzt wird, gehen 2035 bereits knapp zehn Mrd. Euro an die Anlagenbetreiber.
Kosten sind vom Großhandelspreis abhängig
Dabei sind weniger die Neuanlagen ein Problem in der Finanzierung als die Bestandsanlagen. So erhalten Anlagen, die 2011 installiert wurden, Vergütungszahlungen von etwa 3,8 Mrd. Euro pro Jahr, während Anlagen mit Betriebsbeginn 2018 nur etwa 1,2 Mrd. Euro jährlich bekommen. Ab 2020 fallen die ersten Anlagen aus der Vergütungsgarantie, aber die Spitzensätze von bis zu 40 Cent pro kWh wirken noch weit darüber hinaus. Nur langsam wird sich die Vergütung von gut 31 Mrd. Euro im Jahr 2020 auf 3,8 Mrd. Euro im Jahr 2035 einpendeln.
Ab 2021 kommt die Entlastung
Insgesamt wird sich die Preislage in den kommenden Jahren entspannen: Denn den Löwenanteil der Bestandsanlagen gleichen die Neuanlagen mit günstigen Erzeugungskosten einigermaßen aus. Bis 2020 steigen die Gesamtkosten für die EEG-Vergütung zwar noch, danach folgt jedoch eine kontinuierliche Entlastung. Vom Spitzenwert in Höhe von durchschnittlich 33,3 Mrd. Euro pro Jahr pendelt sich das Niveau 2035 bei 13,6 Mrd. Euro ein und das bei einem Erneuerbaren-Anteil von 60 Prozent. (ls)



