Die in Leipzig ansässige Energiebörse EEX will einen europaweiten Markt für Herkunftsnachweise von Ökostrom einführen.
Demnach sollen einmal pro Monat Spotmarktaktionen stattfinden. Diese soll die Kurzfristbörse und EEX-Tochter Epex Spot durchführen, wie das Handelshaus mitteilt.
Handelsprodukte für zweites Quartal 22 geplant
Das Clearing und die Abwicklung übernimmt das Clearhinghaus ECC. Lieferung will die EEX über das französische Herkunftsnachweisregister gewährleisten.
Die EEX will zuerst in einer Testphase die Marktbereitschaft prüfen. Endet diese Phase erfolgreich, sollen die neuen Handelsprodukte voraussichtlich im zweiten Quartal 2022 kommen.
Pay-as-Clear-Auktion
Die EEX wolle mit der Markteinführung zum einen auf den Bedarf für ein stärkeres und transparenteres Preissignal reagieren, erklärt EEX-Manager Tobias Paulun in der Pressemitteilung. Zum anderen seien die neuen Produkte wichtige Bestandteile der Unternehmensstrategie, mit marktbasierten Produkten die Energiewende voranzubringen.
Das Marktdesign der neuen europaweiten Spotauktion soll eine monatliche multilaterale Auktion für grüne Herkunftsnachweise in ausgewählten Ländern vorsehen. Dabei sollen Länder innerhalb einer Pay-As-Clear-Auktion sowohl spezifische als auch generische Zertifikate handeln und so die Marktliquidität optimieren können.
Erster Versuch scheiterte
Nach EEX-Angaben werden mehrere spezifische Ebenen, sprich Land, Technologie und Subventionssystem, verfügbar sein. Nach jeder Auktion sollen Indizes veröffentlicht werden.
Die EEX-Gruppe hatte schon einmal versucht, einen eigenen Börsenhandel für Herkunftsnachweise zu etablieren. Allerdings schlief das Projekt in Deutschland bis 2018 ein, weshalb sich die EEX in der Folge auf Frankreich konzentrierte. (aba)
