Die Konzernzentrale der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) in Karlsruhe

Die Konzernzentrale der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) in Karlsruhe

Bild: @ Uli Deck/EnBW

Florian Vetter ist Head of Sales Virtuelles Kraftwerk bei EnBW. Er baut für den Energiekonzern ein virtuelles Kraftwerk aus, und dafür gibt es einen guten Grund: "Die nächste Welle, die auf uns zurollt, ist die Post-EEG-Welle. 2021 fallen 900.000 Anlagen aus der EEG-Vergütung." Diese Anlagen machen den größeren Teil des Volumens aus, das EnBW in seinem virtuellen Kraftwerk zusammenschließen möchte. Sie sind bereits abgeschrieben und sollen nun weiterbetrieben werden. EnBW wendet sich auch an die Betreiber kleiner Anlagen: "Schon ein Kilowatt genügt uns!"

Vetter weiß jedoch, dass auch schon vor dem Ende der EEG-Förderungsmöglichkeit viele Anbieter die PPA-Vermarktung ansteuern – dies vor allem, weil mit dieser Art der Vermarktung weniger begrenzende Regelungen zu beachten sind. So fallen die beim EEG obligatorischen Flächenbegrenzungen weg: "Da braucht man einfach nur eine Baugenehmigung – und gut", so Vetter. Bereits jetzt kann sich jeder Betreiber einer PV-Anlage mit einem einfach gehaltenen Formular für das virtuelle Kraftwerk anmelden: "Wir fragen nur das Nötigste ab – dann geht's schon los!"

Auch für flexible Tarife gerüstet

Der baden-württembergische Energieriese möchte in Kürze einen Standardvertrag für die PPA-Vermarktung präsentieren. Die Preisgestaltung bietet für die Anbieter den Vorteil, dass kein Verbot der Doppelvermarktung besteht. Er resümiert: "Wir haben diesen ganzen unübersichtlichen Prozess der Vermarktbarkeit für Anbieter transparent gemacht."

Wichtig sei lediglich, dass der Betreiber der Anlage EnBW das Recht einräumen muss, die Anlage fernsteuern zu können. Als nächstes großes Thema nannte Vetter auf dem MCC-Stadtwerkeforum die flexiblen Tarife, die er bald marktübergreifend für die Anbieterseite erwartet. Auch dafür ist nach seinen Angaben das virtuelle Kraftwerk von EnBW gerüstet. (sig)

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