Zum Auftakt der Messe Intersolar automatisiert der Großkonzern EnBW die Anbindung von Photovoltaik(PV)-Anlagen mit mehr als 100 kWp Leistung an sein virtuelles Kraftwerk und bietet einen "am Markt bisher einzigartigen" Reststrom-Tarif ohne Risikozuschläge. Das geht aus Informationen der Karlsruher an die ZfK hervor.
Kürzlich hatte EnBW eine Kooperation mit dem Energiemanagementsystem(EMS)-Hersteller "Solare Datensysteme" bekanntgegeben. Das bedeutet für Anlagenbesitzer, die den PV-Strom bei bis zu drei Jahre alten Einheiten über 100 kWp direktvermarkten (lassen) müssen, sowie für Solarteure, dass sie ihre Solarparks automatisch an die Plattform des virtuellen Kraftwerks von EnBW anbinden können. Möglich macht dies eine integrierte Schnittstelle in der neuen Solar-Log-Gerätefamilie. Über die Plattform und das angebundene Service-Portal lassen sich alle Vorgänge rund um die Direktvermarktung handhaben.
Einer der großen Direktvermarkter
EnBW ist einer der großen Erneuerbaren- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Direktvermarkter. Der Großkonzern hatte Anfang des Jahres 3450 MW unter Vertrag, davon 380 MW PV. Knapp 50 MW sind an sein virtuelles Kraftwerk angeschlossen. Dies geht aus der ZfK-Marktübersicht der Direktvermarkter hervor (gedruckte ZfK 3/19, Seite 4, nur im Abo erhältlich). Die EnBW-Tochter Interconnector vermarktet das virtuelle Kraftwerk auch als White Label oder im Co-Branding.
Börsenpreis statt Risikoaufschlag
In Modellen mit Eigenversorgung decken gerade größere PV-Anlagen nie zu jeder Zeit den gesamten Strombedarf des Anlagenbesitzers ab, so dass er Reststrom und dafür einen Lieferanten braucht. EnBW/Interconnector verspricht nun für solche Lieferungen aus seinem virtuellen Kraftwerk eine "stündliche Orientierung am aktuellen Börsenpreis". Das ist insofern neu, als sonst ein Fixpreis die Regel ist, bei dem sich Vermarkter und Anlageninvestoren irgendwo in der Mitte getroffen haben. Dieser Fixpreis enthält aber normalerweise Risikoaufschläge des Vermarkters. Genau diese entfallen nun beim EnBW-Angebot. Auf der anderen Seite übernimmt der Anlagenbesitzer ein Gutteil des Risikos stark schwankender Börsenpreise.
Außerdem wird der Tarif schon ab drei Monaten Laufzeit angeboten. Üblich sind längerfristige Vermarktungsverträge.
Messe beginnt Mittwoch, Kongress startete Dienstag
Die Intersolar Europe in München ist die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft und ihre Partner. Hier treffen sich diesen Mittwoch bis Freitag die Hersteller, Zulieferer, Großhändler, Dienstleister und Partner der Solarwirtschaft weltweit. Bereits am Dienstag begann das Kongressprogramm. Die Intersolar ist Teil von "The Smarter E Europe" mit den Veranstaltungen
- EES Europe,
- Power2Drive und
- EM-Power. (geo)



