Der Energieverbrauch in Deutschland wird dieses Jahr voraussichtlich um knapp 3 Prozent steigen. Zu dieser Einschätzung kommt die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) auf Grundlage aktueller Berechnungen zum Verbrauch in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres.
Als Gründe dafür werden neben der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung insbesondere die kühlere Witterung im Vergleich zum Vorjahr angeführt. Verbrauchsdämpfend hätten deutlich höhere Preise für CO2-Emissionszertifikate gewirkt.
Windkraftstrom rückläufig
Dabei gab es deutliche Veränderungen bei den Beiträgen einzelner Energieträger. Die erneuerbaren Energien steuerten um insgesamt zwei Prozent weniger zum Primärenergieverbrauch bei.
Während die Wasserkraftwerke zulegten, ging der Beitrag der Windenergieanlagen an der Stromerzeugung an Land um 18 Prozent und auf See um 14 Prozent zurück. Insgesamt lag der Anteil der erneuerbaren Energien in den ersten neun Monaten bei 16,1 Prozent.
Kohle im Auftrieb, Mineralöl wieder Erster
Deutlich mehr in Gebrauch waren fossile Energien, wobei Erdgas (26,3 Prozent) seinen Spitzenplatz im Laufe des Sommers wieder an das Mineralöl verlor (32,0 Prozent). Grund dafür dürften die seitdem stark gestiegenen Gaspreise gewesen sein, die den Einsatz anderer Brennstoffe im Strom- und Wärmesektor attraktiver machten.
Der Verbrauch an Steinkohle stieg in den ersten Monaten des laufenden Jahres um 20, der Verbrauch an Braunkohle um fast 26 Prozent. Beide Rohstoffe wurden vor allem für die Stromerzeugung eingesetzt.
Abschied von drei Atommeilern
Auch die Kernenergie legte noch einmal zu. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steuerte sie acht Prozent mehr zur Stromproduktion bei.
Das dürfte aber nicht mehr als ein letztes Aufbäumen gewesen sein. Denn zum Jahresende sollen mit den Stilllegungen der Meiler Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen C insgesamt mehr als vier Gigawatt Stromerzeugungsleistung vom Netz gehen. (aba)



