Bürokratie als Bremse: Erneuerbare Energien könnten in Europa noch stärker wachsen, als sie es tun.

Bürokratie als Bremse: Erneuerbare Energien könnten in Europa noch stärker wachsen, als sie es tun.

Bild: @ Trianel

Der anstehende Kohle- und Atomausstieg wird auch die Erlöse für PV-Anlagen positiv beeinflussen. Die zu erwartenden steigenden Strompreise und stetig sinkende Installationskosten machen Investitionen in Photovoltaikanlagen in Deutschland attraktiv und werden das Wachstum der Solarstromerzeugung künftig maßgeblich vorantreiben. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Enervis in ihrer aktuellen Photovoltaik-Erlösprognose. Bereits ab Anfang der 2020er Jahre erwartet das Beratungshaus deutliche Zuwächse, vor allem von großen Freiflächen-PV-Anlagen.

"Erwarten Marktparität großer PV-Anlagen"

Diese müssen allein durch Strommarkterlöse finanziert werden und erhalten keine Förderung aus dem EEG mehr. "Was heute schon in Spanien, Portugal und Italien gegeben ist, erwarten wir kurzfristig auch in Deutschland: die Marktparität großer PV-Anlagen", sagt Enervis-Berater Benedikt Ziegert. Da neue Anlagen jedoch über einen langen Zeitraum von 25 bis 30 Jahren betrieben werden sollen, stelle sich die Frage, wie sich die langfristigen Strommarkterlöse entwickeln. Hier kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass ein starker PV-Zubau zu Kannibalisierungseffekten führen würde, sodass die Erlöse für PV-Projekte langfristig wieder sinken.

"Aus diesen beiden Effekten ergibt sich die Herausforderung für PV-Projektierer zu bewerten, ob der Bau einer Anlage ohne EEG-Förderung lohnt. Für PV-Anlagen mit einer Leistung im oberen zweistelligen MW-Bereich und günstigen Finanzierungskonditionen kann diese Bewertung bereits kurzfristig durchaus zu einer positiven Investitionsentscheidung führen", erklärt  Ziegert auf ZfK-Anfrage. (hoe)

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