Der französische Energiekonzern Engie trennt sich von seinen Kohlekraftwerken in Deutschland und Holland. Käufer ist der auf Energiewirtschaft spezialisierte internationale Investmentfonds Riverstone Holdings LLC. Veräußert werden die Anlagen in Rotterdam, in Farge bei Bremen, in Zolling und in Wilhelmshaven. An drei Kraftwerken hält Engie 100 Prozent der Anteile, im Falle von Wilhelmshaven sind es 52 Prozent. Die installierte Gesamtkapazität des veräußerten Portfolios liegt bei 2.345 MW. Über den Verkaufspreis wurde nichts bekannt.
"Diese Transaktion ist Teil unserer Strategie, Engie zum Weltmarktführer im Bereich der CO2-armen Umstellung zu machen", erklärte Isabelle Kocher, Managing Director von Engie. Das Unternehmen plant, zwischen 2019 und 2021, Investitionen in Höhe von zwölf Mrd. Euro. Diese sollen unter anderem im großen Maßstab in die Erzeugung erneuerbarer Energien und die Anpassung der Strom- und Gasnetze an die Erfordernisse der Energiewende fließen.
Anteil der Kohleverstromung sinkt auf vier Prozent
Der Konzern hatte Ende 2015 den Ausstieg aus der kohlebasierten Stromerzeugung beschlossen und in den vergangenen drei Jahren seine Stromerzeugungskapazität aus Kohle um etwa 75 Prozent reduziert. Durch den jetzt bekanntgegebenen Verkauf weiterer Erzeugungskapazitäten reduziert sich der Kohleanteil an der weltweiten Stromproduktion von Engie auf vier Prozent. Durch die jüngste Transaktion reduziert Engie die konsolidierte Nettofinanzverschuldung um fast 200 Mio. Euro, die Umsetzung wird für das zweite Halbjahr 2019 erwartet. (hoe)
