Eon investiert in seine Netze, um für das Wachstum bei der Elektromobilität gerüstet zu sein – das Risiko eine Blackouts sieht man bei dem Konzern nicht.

Eon investiert in seine Netze, um für das Wachstum bei der Elektromobilität gerüstet zu sein – das Risiko eine Blackouts sieht man bei dem Konzern nicht.

Bild: © Eon

Was bedeutet das erwartete Wachstum bei der Elektromobilität für das Stromnetz von Eon? Der Düsseldorfer Konzern hat das in einer gemeinsamen Studie mit dem Beratungsunternehmen Consentec durchgerechnet. Der Stresstest – auf der Basis von Modellnetzen – beinhaltete mehrere Szenarien bis hin zu einer unterstellten 100-prozentigen Marktdurchdringung für die Elektromobilität im Jahr 2045. Für das derzeitige – noch ohne die Innogy-Verteilnetze – Eon-Netzgebiet würde das einen Bestand von 6,5 Mio. Pkw bedeuten.

Um den zusätzlichen Leistungsbedarf zu bewältigen sind der Studie zufolge Investitionen von insgesamt 2,5 Mrd. Euro für die kommenden 25 Jahre notwendig. "Unser Netz ist heute schon gut ausgebaut, die zusätzlichen Ausbaumaßnahmen sind deshalb überwiegend punktuell", sagte Eon-Vorstand Thomas König am Dienstag bei einem Pressegespräch in Berlin. Zwei Drittel der Maßnahmen betreffen demnach die Ortsnetzstationen wie die Anpassung von Transformatoren. Ein Drittel der Investments entfällt auf die Kabel, also die Verstärkung der Mittel- und Niederspannungskabel.

"Markt wird spürbar anziehen"

Den kumulierten Investitionsbedarf bis 2045 von 2,5 Mrd. Euro nennt König "überraschend niedrig". Schließlich stecke Eon bereits heute rund eine Milliarde jährlich in das Verteilnetz, überwiegend für Ersatzinvestitionen. Bis 2030 seien zunächst lediglich 0,5 Mrd. Euro notwendig, bis 2035 etwa 0,9 Mrd. Euro und bis 2038 rund 1,6 Mrd. Euro. In den kommenden Jahren ist also das Bestandsnetz noch weitgehend für den zusätzlichen Strombedarf der E-Autos gerüstet.

"Wir machen es Schritt für Schritt. Wenn der Hochlauf bei der Elektromobilität doch nicht kommt können wir es schnell anpassen", sagte der für das Netzgeschäft zuständige Vorstand. Beim Düsseldorfer Energiekonzern ist man aber optimistisch. "In Deutschland ist man zwar skeptischer als etwa in Skandinavien. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass der Markt spürbar anziehen wird", sagte König. Vor allem das zunehmende Flottengeschäft werde für Impulse sorgen.

Intelligentes Lademanagement drückt Kosten

Der kumulierte Investitionsbedarf für das 100-Prozent-Szenario bis 2045 entspricht etwa einem einmaligen Aufwand von 400 Euro je Auto. Das trifft aber nur bei einem unterstellten ungesteuerten Laden des Kunden zu. Durch intelligentes Lademanagement kann der Aufwand laut Studie um über 50 Prozent auf 180 Euro je E-Pkw gedrückt werden. Voraussetzung dafür aber seien wirkungsvolle Anreize für den Kunden und eine zuverlässige Steuerung des Ladeverhaltens. Es gilt, die drohende Lastspitze vor allem in den frühen Abendstunden zu entschärfen. "Wenn der Kunde uns erlaubt, den Ladevorgang zu verschieben und am nächsten Morgen dennoch die Mobilität zu garantieren, können wir es billiger anbieten", sagte König. (hil)

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