Das Kernkraftwerk Grohnde (KWG) befindet sich in der Gemeinde Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont. Es gehört zu fünf Sechsteln dem Eon-Konzern und zu einem Sechstel den Stadtwerken Bielefeld. Die elektrische Nettoleistung liegt bei 1360 MW.

Das Kernkraftwerk Grohnde (KWG) befindet sich in der Gemeinde Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont. Es gehört zu fünf Sechsteln dem Eon-Konzern und zu einem Sechstel den Stadtwerken Bielefeld. Die elektrische Nettoleistung liegt bei 1360 MW.

Bild: © Preußenelektra

Die Laufzeit des Atomkraftwerks (AKW) Grohnde verlängert sich von Anfang des nächsten Quartals bis "voraussichtlich" Oktober. Dies teilte der Minderheitskommanditist Stadtwerke Bielefeld (SWB) am Montag mit.

Die vom Eon-Konzern nur mehrheitlich beherrschte Betreibergesellschaft hat dies demnach erreicht, indem sie von demselben Eon-Konzern 4,7 Mrd. kWh Erzeugungsrechte aus den stillgelegten Meilern Brokdorf und Krümmel kaufte. Die SWB halten ein Sechstel am AKW Grohnde, der große Rest und auch die Betriebsführerschaft gehört der Eon-Tochter Preußenelektra. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Besonderheit von Eon im Atomausstieg

Der Hintergrund: Im zweiten Atomausstieg kurz nach dem GAU in Fukushima 2011 waren auch die Meiler Krümmel und Brokdorf kurzfristig stillgelegt worden. Die jeweils daran beteiligte Preußenelektra darf die auf sie entfallenden Reststrommengen, die im ersten Atomausstieg noch zugestanden waren, als einziger AKW-Betreiber auf andere Meiler in ihrer Betriebsführerschaft übertragen. Für 4,7 Mrd. kWh hat sie dies nun getan.

Man konzentriere sich momentan auf die Übertragungen auf Grohnde, teilte die Eon-Tochter der ZfK am Dienstag mit. Für die Meiler Isar 2 und Brokdorf sei noch mehr Zeit. Sie verfügten noch über größere Reststrommengen. Das ist eine Anspielung darauf, dass ein Block solche gemäß der 16. Atomgesetznovelle immer vorhalten muss, damit er weiterproduzieren darf, selbst wenn die allgemeine Betriebserlaubnis erst später auslaufen sollte. Wie viel  Strom jetzt noch übertragbar ist, dazu äußert sich Preußenelektra grundsätzlich nicht, da dies wettbewerbsrelevant sei.

Im Falle Grohndes geschieht die Übertragung gegen Geld, weil das AKW eben eine eigene Betreibergesellschaft und zudem einen Minderheitskommanditisten hat: die SWB. Jedenfalls mindert der vertrauliche Erlös dieser sozusagen für Preußenelektra geretteten Reststrommenge deren Schadensersatzanspruch gegen den Bund wegen des zweiten Atomausstiegs. Grohndes Betriebserlaubnis erlischt erst Ende 2021.

Bielefeld: Kein "direkter" Bezug

Die SWB betonten erneut, sie bekämen gar nicht "direkt" zusätzlichen Atomstrom. Vielmehr werde die Reststrommenge, sobald sie erzeugt ist, "über Dritte" im Großhandelsmarkt weiterverkauft. Dies ist eine Anspielung auf einen fünf Jahre alten Bielefelder Ratsbeschluss, wonach die SWB keine Reststrommengen "direkt" in ihrem Strommix haben dürfen. Diese namenlosen "Dritten", das ist zunächst schlicht der Partner Preußenelektra. Die Erlöse gehen ans Gemeinschaftskraftwerk und der Gewinn daraus von dort zu fünf Sechsteln an Preußenelektra und zu einem Sechstel an die Bielefelder.

Bei den Stadtwerken München (SWM), die zu einem Viertel an Isar 2 beteiligt sind, läuft ebenfalls eine ZfK-Anfrage, ob für den Preußenelektra-Meiler bereits Reststrommengen von Eon, RWE oder Vattenfall angekauft wurden. (geo)

Die Meldung wurde am 15. Januar 2019 mit einer Stellungnahme der Eon-Tochter Preußenelektra zur Übertragung ihrer Reststrommengen ergänzt. (geo)

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