Würden die Haushalte in Deutschland sämtliche Potenziale in Bereichen wie Photovoltaik, E-Mobilität, Nahverkehr und Heizen ausschöpfen, könnten sie jährlich bis zu 178 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die vom Energieversorger Eon, dem Beratungshaus Energy Brainpool und dem Umfrageinstitut Civey erstellt wurde.
Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden laut Prognose des Umweltbundesamtes 746 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Haushalte könnten diesen Wert perspektivisch also um fast ein Viertel drücken.
Verkehr größter Hebel
Ein Großteil des Einsparungspotenzials entfiele auf den Verkehr. 97 Millionen Tonnen wären hier möglich, indem Haushalte auf Elektroautos und öffentlichen Nahverkehr sowie ihr Fahrzeug bidirektional laden. Dahinter steckt das Prinzip, den Elektrowagen als Stromspeicher zu nutzen und je nach Situation Strom ans Hausnetz abzugeben oder von dort zu beziehen.
Etwa durch den Einbau von Wärmepumpen und Solaranlagen oder Balkonkraftwerken ließen sich der Studie zufolge jährlich weitere 54 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. Immerhin noch 27 Millionen Tonnen wären durch Energiesparen beim Heizen und die Nutzung von intelligenten Thermostaten möglich.
Hohes Interesse an Solaranlagen
Für die Studie wurden durchschnittlich 10.000 Personen unterschiedlicher Gruppen in Deutschland befragt. Demnach haben 29 Prozent der Hausbesitzer hierzulande bereits eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. 17 Prozent ohne Solaranlage planen eine Installation im nächsten Jahr.
Hoch ist demnach auch das Interesse an Balkon-Solaranlagen. Jeder zehnte Befragte, der in einer Wohnung ohne Balkon-Solaranlage lebt, plant demnach, innerhalb der nächsten zwölf Monate ein solches Gerät in Betrieb zu nehmen. Derzeit haben laut Umfrage 3,5 Prozent der Bewohner von Wohnungen Balkon-Solaranlagen installiert. Setzen die Befragten ohne Balkon-Kraftwerk ihr Vorhaben in die Tat um, könnte folglich mehr als jede zehnte Wohnung in Deutschland diese Technik zu Hause haben.
"Jeder Beitrag zählt"
Etwas geringer fällt das Kaufinteresse an Wärmepumpen aus. Neun Prozent der Hausbesitzer in Deutschland haben laut Studie bereits eine Wärmepumpe installiert. Sechs Prozent derer, die noch anderweitig heizen, planen die Installation einer Wärmepumpe im nächsten Jahr.
Allein die Umsetzung der kurzfristigen Pläne würde ein jährliches CO2-Einsparpotential von bis zu 18 Millionen Tonnen ergeben, heißt es in der Studie. Damit ließe sich mehr Kohlendioxid einsparen, als im Bundesland Schleswig-Holstein jährlich energiebedingt ausgestoßen werde, kommentierte Filip Thon, Chef der Eon-Vertriebstochter Eon Energie Deutschland, die Zahlen. "Das zeigt: Wir alle haben es in der Hand, die grüne Energiezukunft mitzugestalten. Jeder Beitrag zählt."
Studienergebnisse online abrufbar
Die Studie firmiert unter dem Schlagwort Eon-Zukunftsindex. Die Ergebnisse sind hier auf der Eon-Website online abrufbar. (aba)
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