Im deutschen Stromsektor hat im Frühjahr 2020 ein sogenannter Fuel Switch stattgefunden. Während der Anteil von Gas und erneuerbaren Energien am Strommix bis April auf 70 Prozent stieg, sank der Anteil von Kohle nach Angaben des BDEW auf zwölf Prozent. Mitte Juni leistete Erdgas unter allen Energieträgern mit 1,39 TWh sogar den größten Beitrag zur Stromerzeugung in Deutschland.
Thilo Wieland, Mitglied des Vorstands von Wintershall Dea, glaubt, dass Erdgas noch eine wichtigere Rolle spielen wird – ohne die Klimaschutzziele aufzuweichen. "Erdgas ist saubere und bezahlbare Energie, die verlässlich zur Verfügung steht", sagt der Geschäftsführer des Erdgas- und Erdölunternehmens, "Mit Erdgas kann die industrielle und energieintensive Produktion in Deutschland nach der Corona-Zeit wieder erfolgreich hochgefahren werden"
Wintershall Dea sieht Konjunkturpaket positiv
In den vergangenen Monaten seien bereits diverse neue Gasprojekte entstanden. Es gab auch Umstiege von Kohle auf Erdgas – auch aus Kostengründen. So baut Evonik in Marl ein neues Gaskraftwerk. "Allerdings brauchen wir angesichts der wachsenden Lücke, die durch den Atom- und Kohleausstieg zu erwarten ist, noch mehr Projekte“, so Wieland.
Zukünftig könne Erdgas auch in Form von Wasserstoff in vielen Sektoren eine große Rolle spielen und CO2 reduzieren. Das Konjunkturpaket sieht Wintershall Dea deshalb positiv, schließlich sieht es Mittel für den Aufbau einer Wasserstoffindustrie vor. Verbesserungen wünscht sich Wintershall Dea hingegen bei Investitionsbedingungen für flexible Gaskraftwerke. (agr)
