In den nächsten Jahren fallen mehr als 630.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen aus der EEG-Förderung, schätzt die ASEW.

In den nächsten Jahren fallen mehr als 630.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen aus der EEG-Förderung, schätzt die ASEW.

Bild: © Oliver Berg/dpa

Die öffentliche Nettostromerzeugung ‒ also der tatsächliche Strommix, der in den Haushalten verbraucht wird ‒ hat 2023 einen Rekordanteil erneuerbarer Energien von 59,7 Prozent erreicht. Der Anteil an der Last lag bei 57,1 Prozent, wie aus einer Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE von Daten der Plattform energy-charts.info hervorgeht.

Wind- und Solarstrom haben 2023 demnach neue Bestwerte erzielt. Die Erzeugung aus Braunkohle (-27 Prozent) und Steinkohle (-35 Prozent) ging hingegen stark zurück. Beim Ausbau der Erzeugungskapazitäten stach die Photovoltaik mit einem Zubau von etwa 14 Gigawatt (GW) besonders hervor.

Stagnation bei Offshore-Wind

Wichtigste Stromquelle war im vergangenen Jahr die Windkraft mit einer erzeugten Energiemenge von 139,8 Terawattstunden (TWh) und einem Anteil von 32 Prozent an der öffentlichen Stromerzeugung. Damit lag sie 14,1 Prozent über der Produktion des Vorjahres. Der Anteil des Onshore-Windes stieg auf 115,3 TWh (2022: 99 TWh), die Offshore-Produktion sank leicht auf 23,5 TW (2022: 24,75 TWh).

Der Ausbau der Windenergie bleibt allerdings hinter dem Plan zurück: Bis November waren onshore 2,7 GW neu errichtet, geplant waren 4 GW. Der Ausbau der Offshore-Anlagen verläuft aufgrund der nötigen Ausschreibungen und langen Bauzeiten noch schleppender. Hier wurden 2023 nur 0,23 GW neu errichtet (geplant: 0,7 GW), wie das Forschungsinstitut mitteilt.

Rekord-Ausbau bei Solarenergie

Photovoltaik-Anlagen erzeugten im Jahr 2023 etwa 59,9 TWh, wovon 53,5 TWh ins öffentliche Netz eingespeist und 6,4 TWh selbst verbraucht wurden. Der Juni 2023 war mit rund 9 TWh der Monat mit der höchsten solaren Stromerzeugung jemals. Die maximale Solarleistung wurde mit 40,1 GW am 7. Juli um 13:15 Uhr erreicht, das entsprach einem Anteil an der Stromerzeugung von 68 Prozent.

Der Photovoltaik-Ausbau übertraf im Jahr 2023 deutlich die Ziele der Bundesregierung: Statt der geplanten 9 Gigawatt wurden bis November 13,2 Gigawatt errichtet, bis Ende 2023 werden es mehr als 14 Gigawatt sein. Im Jahr 2022 waren es noch 7,44 GW. Damit lag der PV-Ausbau erstmals in der deutschen Geschichte im zweistelligen Bereich.

Gasverstromung leicht rückläufig

Der Anteil von Kohlekraftwerken am Strommix sank 2023 deutlich: Insgesamt ging die Erzeugung aus Braunkohle für den öffentlichen Stromverbrauch um etwa 27 Prozent zurück, von 105,94 auf 77,5 TWh. Hinzu kommen 3,7 TWh für den industriellen Eigenverbrauch. Die Bruttostromerzeugung fiel auf das Niveau von 1963.

Die Nettoproduktion aus Steinkohlekraftwerken für den öffentlichen Stromverbrauch betrug 36,1 TWh (-35 Prozent) und 0,7 TWh für den industriellen Eigenverbrauch. Sie war um 21,4 TWh niedriger als 2022. Die Bruttostromerzeugung fiel auf das Niveau von 1955. Die Nutzung von Erdgas zur Stromerzeugung blieb mit 45,8 TWh für die öffentliche Stromversorgung und 29,6 für den industriellen Eigenverbrauch leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Stromspeicher boomen

Batteriespeicher entwickelten sich im Jahr 2023 rasant. Das Segment der Privathaushalte zeigt ebenso wie bei den Photovoltaikanlagen ein starkes Wachstum. Insgesamt verdoppelte sich die installierte Batterieleistung fast von 4,4 GW in 2022 auf 7,6 GW in 2023, die Speicherkapazität stieg von 6,5 GWh auf 11,2 GWh. Die Leistung der deutschen Pumpspeicherwerke liegt bei rund 6 GW. (jk)

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