Bei der jüngsten Ausschreibung für Windenergie der Bundesnetzagentur (BNetzA) sind nicht einmal für ein Drittel des Volumens tatsächlich Zuschläge erteilt worden. Bei der zum 1. Oktober ausgeschriebenen Menge von 675 Megawatt wurden nur 25 Gebote mit einem Volumen von 204 Megawatt eingereicht, teilt die Behörde mit. Das Ergebnis alarmiert die Anlagenbauer: Ihr Verband VDMA Power Systems beklagt, dass die Krise der Windindustrie Klimaziele, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Deutschland gefährde.
Weil keines der Angebote wegen Formfehlern ausgeschlossen werden musste, erhielten laut BNetzA alle Gebote den Zuschlag. Dementsprechend lagen alle Zuschlagswerte eng beim zulässigen Höchstwert von 6,20 ct/kWh. Regional verteilten sich die erfolgreichen Gebote auf Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.
Solarausschreibung vierfach überzeichnet
Mehr als vierfach überzeichnet war dagegen die Solarausschreibung. Für ein Volumen von 150 MW wurden 153 Gebote mit einem Leistungsumfang von 648 Megawatt abgegeben. Die Bundesnetzagentur erteilte 27 Zuschläge ganz überwiegend an Bieter auf bayerischen Ackerflächen für durchschnittlich 4,90 ct/kWh.
"Die anhaltende Flaute in der Windenergie an Land ist erschreckend", kommentiert Matthias Zelinger, Geschäftsführer des Verbands VDMA Power Systems. Das Bundeswirtschaftsministerium habe vor zwei Wochen eine Aufgabenliste zur Schaffung von Akzeptanz und Rechtssicherheit für die Windenergie an Land vorgelegt. Aus dieser müsse zwar die "wenig intelligente Abstandsregelung" gestrichen werden, die "konstruktiven Teile" müssten dagegen umgehend in verbindliches Regierungshandeln in Bund und Ländern münden. In der kommenden Woche werde der Verband eine Studie vorlegen, die Auswirkungen eines anhaltend schwachen Heimatmarktes auf die Wertschöpfung in Deutschland quantifiziert. (wa)



