In München kann Grünstrom nun komplett aus regionalen Quellen bezogen werden.

In München kann Grünstrom nun komplett aus regionalen Quellen bezogen werden.

Bild: © vegefox.com/Adobe Stock

Was Deutschland bereits 2019 geschafft wurde, ist nun auch auf EU-Ebene geglückt: Die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen hat die fossile Energiebereitstellung überholt – wenn auch nur ganz knapp.

Während Wind, PV, Biomasse und Wasserkraft 38 Prozent zum EU-Strom beitragen, kommen Kohle und Erdgas „nur“ auf 37 Prozent. Das zeigt eine gemeinsame Analyse von Agora Energiewende und dem britischen Thinktank Ember. Erwartungsgemäß sorgt allem der Wind- und Solarausbau für das Vorankommen der Energiewende – insgesamt hat  sich der Anteil dieser Energieträger im Vergleich zu 2015 fast verdoppelt. Vergangenes Jahr stammte fast ein Fünftel des EU-Stroms aus Wind- und PV-Anlagen.

Deutschland deckt bereits über die Hälfte der Stromerzeugung über Erneuerbare

Dabei liegt Deutschland nach Dänemark und Irland auf Platz 3 beim Wind- und Sonnenstromanteil. Auf immerhin 33 Prozent schaffen es die Energieträger am Gesamtstrommix. Insgesamt werden hierzulande bereits über 50 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen gespeist, so die Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem Mai 2020.

Auf EU-Ebene lag der Anteil von Wind- und Solarstrom vergangenes Jahr bei 51 TWh und damit deutlich über dem Wachstum der vergangenen zehn Jahre mit im Mittel 38 TWh. Für eine vollständige Klimaneutralität wären 100 TWh pro Jahr erforderlich.

Erdgas vor Kohle

Umgekehrt zum Wachstum der Erneuerbaren hat sich die Kohleverstromung seit 2015 halbiert. Allein 2020 sank sie um ein Fünftel. Damit liefern Kohlekraftwerke nur 13 Prozent des europäischen Stroms. Die Erdgaserzeugung hingegen ging nur um vier Prozent zurück. Aufgrund des deutlich gestiegenen Preises für Emissionszertifikate sind Erdgaskraftwerke häufig die deutlich günstigere Alternative zur Braunkohle. (lm)

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