Der Oldenburger Energieversorger EWE will vom kommenden Jahr an weitgehend auf Gasleitungen in Neubaugebieten verzichten. Davon nicht betroffen seien Projekte, die schon jetzt geplant und in Vorbereitung seien, erklärte Konzernchef Stefan Dohler auf einer Pressekonferenz. "Wir müssen im Wärmemarkt umsteuern", sagte er. "Wir wollen weg von fossiler Befeuerung."
Stattdessen nimmt der Versorger im Mai Wärmepumpen in sein Angebot. EWE will dabei nach eigener Aussage mit mehreren Partnern zusammenarbeiten und einen engen Schulterschluss mit dem lokalen Handwerk suchen.
Rundum-sorglos-Paket
Am Freitag gab EWE weitere Details bekannt. Demnach setzt der Konzern auf ein Pachtmodell. Heißt: Statt die Heizung auf eigene Rechnung komplett zu erneuern, sollen Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket erhalten. "Nutzer zahlen dann für eine vertraglich festgelegte Zeit von 15 Jahren ein monatliches Entgelt", erläutert EWE-Vorstand Michael Heidkamp.
Mit enthalten im monatlichen Preis des kompletten Wärmepumpen-Paketes seien Planung, Einbau der neuen und Entsorgung der alten Heizung, ein fixes Pachtnutzungsentgelt über den gesamten Vertragszeitraum sowie Wartungen und Reparaturen der Anlage und ein grünes Stromprodukt. Um es Wärmepumpen-Besitzern so einfach wie möglich zu machen, übernehme EWE auch die Beantragung von Fördermitteln für seine Kunden, heißt es.
Bestehende Gasversorgung "nicht obsolet"
Konzernchef Dohler plädierte auf der Pressekonferenz perspektivisch für eine vorwiegend strombasierte Wärmeversorgung. Die "sinnvollste Variante" seien Häuser mit Photovoltaik-Anlagen, Stromspeichern und einer Reststromversorgung, gepaart mit intelligenter Steuerung und bidirektionalem Laden.
Die bestehende Gasversorgung werde dadurch jedoch "nicht obsolet", führte der Manager aus. "Sie wird im Gebäudebestand gebraucht." Eine Umstellung auf klimaneutrale Gase müsse man in den nächsten Jahren gemeinsam entwickeln. (aba)
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