Die Kunden beschreiben ähnliche Situationen dabei sehr unterschiedlich. Unsere Aufgabe ist es dann, die richtigen Fragen zu stellen, um ein möglichst genaues Bild von der Störung zu erhalten“, fasst Disponent Gerwin Niederschlag zusammen.

Die Kunden beschreiben ähnliche Situationen dabei sehr unterschiedlich. Unsere Aufgabe ist es dann, die richtigen Fragen zu stellen, um ein möglichst genaues Bild von der Störung zu erhalten“, fasst Disponent Gerwin Niederschlag zusammen.

Bild: © Rheinenergie

Das Versorgungsgebiet der Rheinenergie reicht von der dicht besiedelten Millionenstadt Köln bis zu ländlichen Regionen im Bergischen Land. "In so einem komplexen Versorgungsgebiet kommt es auch immer wieder zu Störungen, die schnellstmöglich behoben werden müssen", so der Kölner Versorger.

Schwieriges Unterfangen: Exakte Fehlermeldung

Angefangen vom Baum, der in eine Stromleitung fällt, bis zum Wasserrohrbruch: über 80.000 Anrufe nehmen die Kollegen im Entstörungsmanagement der Rheinenergie jährlich entgegen. Die wichtigste und schwierigste Aufgabe zu Beginn einer Störung ist, zu erkennen, wie dringend sie behoben werden muss. Denn die Bandbreite reicht von einem leicht tropfenden Wasseranschluss, der im Laufe der nächsten Tage repariert werden kann, bis zum Gasaustritt, zu dem der mobile Entstördienst unverzüglich mit Blaulicht fahren muss.

Bislang basiert die Priorisierung der gleichzeitigen Störungen auf einem strukturierten Interview, mit dem die erfahrenen Disponenten versuchen, sich durch gezielte Fragen ein Bild von der Situation zu machen. „Die Kunden beschreiben ähnliche Situationen dabei sehr unterschiedlich. Unsere Aufgabe ist es dann, die richtigen Fragen zu stellen, um ein möglichst genaues Bild von der Störung zu erhalten“, fasst Disponent Gerwin Niederschlag zusammen.

EmergencyEye zur besseren Unterstützung

Um in dieser Situationen Unterstützung anzubieten, setzt die Rheinenergie als erster Energieversorger in Deutschland das System EmergencyEye ein. Die Anwendung bietet die Möglichkeit, dem Kunden einen Link per SMS zu senden. „Wenn der Kunde sein Einverständnis gibt, können wir auf dessen Smartphone-Kamera zugreifen und uns ein eigenes Bild von der Lage machen“, beschreibt Jan Meese, Leiter der Querverbundleitstelle, das Prinzip.

Die Besonderheit dabei ist, dass auf dem Smartphone des Kunden keine spezielle App installiert sein muss, sondern die Anwendung direkt im Webbrowser funktioniert. Das ermöglicht die Nutzung ohne größeren Aufwand und zeitliche Verzögerung.

Für Feuerwehr- und Rettungsdienstleitstellen entwickelt

„Entwickelt wurde EmergencyEye ursprünglich für Feuerwehr- und Rettungsdienstleitstellen, um durch die Video-Funktion und die integrierte Ortung per GPS schnellstmöglich Hilfe schicken zu können“, fasst Guenter Huhle, Gründer und CEO vom Start-up Corevas, die Idee von EmergencyEye zusammen. „Uns freut es sehr, dass unsere Idee bei der Rheinenergie nun auch erstmalig in der Energiebranche Anklang findet“, so Huhle.

Standort per GPS-Übertragung

Zusätzlich zum Live-Videobild besteht die Möglichkeit, den genauen Standort des Anrufers über GPS zu ermitteln. „Gerade bei stürmischem Wetter erhalten wir immer mal wieder Meldungen, dass irgendwo in einem ausgedehnten Waldgebiet ein Ast in einer Freileitung hängt. Oft kann der Kunde uns den genauen Ort nicht nennen“, beschreibt Frank Frohn, der bei der RheinEnergie den rechtsrheinischen Stromnetzbetrieb verantwortet, die schwierige Situation in den Stromnetzen im ländlichen Bereich.

„EmergencyEye wird nun im Rahmen eines einjährigen Pilotprojektes in der Querverbundleitstelle getestet“, sagt Christian Gernhardt, bei der Rheinenergie für den IT-Einsatz zuständig. „Ich kann mir aber gut weitere Anwendungsfälle vorstellen, beispielsweise bei der Bauüberwachung oder für Planungsaufgaben.“ (sg)

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