Zuerst fegte Sturmtief "Klaus", dann "Luis" über Deutschland und brachte die Windräder ordentlich zum Drehen.

Zuerst fegte Sturmtief "Klaus", dann "Luis" über Deutschland und brachte die Windräder ordentlich zum Drehen.

Bild: © Roland Weihrauch/dpa

Wie lassen sich Preisschocks, wie sie Strom- und Gasanbieter im Großhandel in den vergangenen Wochen häufiger erlebten, künftig verhindern? Dieser Frage sind Experten des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kopernikus-Projektes nachgegangen.

Ihre Antwort: Kürzlich vorgestellte Empfehlungen der Europäische Kommission wie Steuerentlastungen, finanzielle Hilfen für Geringverdiener oder der Aufbau von Gasreserven auf EU-Ebene seien zwar geeignet, um die Situation kurzfristig zu entschärfen. Voreilige Eingriffe in das Marktgeschehen sollten dagegen vermieden werden.

"Überstürzte Eingriffe" vermeiden

Der aktuelle Preisbildungsmechanismus und explizit auch kurzfristige Preisspitzen trügen grundsätzlich etwa zur Beschleunigung des Ausbaus von Stromspeichern oder Nachfrageflexibilitäten bei, heißt es. "Überstürzte Eingriffe in den Markt können hingegen das Vertrauen der Marktteilnehmenden in die Funktionsfähigkeit der Energiemärkte erheblich gefährden."

Für die notwendigen Invesititionen aus der Privatwirtschaften müssten die Rahmenbedingungen stabil und langfristig planbar bleiben.

Richtiges Strommarktdesign

Die Experten plädieren für ein Strommarktdesign, das die Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem bestmöglich unterstütze, dringend benötigte Flexibilitätspotenziale hebe, Netzeinschränkungen angemessen berücksichtige und somit helfe, die Kosten des Gesamtsystems zu senken.

So könne bereits heute allein die deutsche Industrie ihre Leistung im Umfang von 4,8 GW an das schwankende Angebot erneuerbarer Energien anpassen, führen die Autoren aus. Das entspreche in etwa der Nennleistung von 1370 Windkraftanlagen an Land und damit etwas mehr als den im gesamten Bundesland Bayern installierten Windkraftanlagen.

Europa und Digitalisierung

Für das Stromsystem der Zukunft seien europäische Lösungen sowie eine begleitende Digitalisierung nötig, schreiben die Experten. So ließen sich Stromerzeugung, -übertragung und -verbrauch intelligent koordinieren.

Dabei spiele es eine entscheidende Rolle, Deutschlands klimapolitische Ziele erfolgreich voranzutreiben und gleichzeitig eine kosteneffiziente und bezahlbare Enrgieversorgung zu gewährleisten. (aba)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper