Windräder in der Landschaft. NRW baut davon so viel wie nie (Symbolbild).

Windräder in der Landschaft. NRW baut davon so viel wie nie (Symbolbild).

Bild: © Oliver Berg/dpa

Nachdem im letzten Jahr die "geringste Zubaurate des Jahrtausends" erfasst wurde, schaut nicht nur Michael Schäfer, Fachbereichsleiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF, bei den diesjährigen Berliner Energietagen skeptisch in die Zukunft der Windenergie. Die geringe Zubaurate ist, neben Akzeptanzproblemen in der Bevölkerung, oftmals den Tier- und Naturschutzvorgaben geschuldet. Diese verhindern immer häufiger den Bau von Windkraftanlagen und begrenzen somit die Flächenverfügbarkeit.

Die Flächenverfügbarkeit wird zur zentralen Restriktion in den Energiewende-Plänen der Bundesregierung. Diese sehen eigentlich einen Ausbau der Windenergie um 240 GW vor. Ein Ziel, dass laut Felix Matthes vom Öko-Institut nur schwer zu erreichen sein dürfte. "Die Zahlen auf denen die Flächenverfügbarkeit und damit die Ausbaupläne beruhen, sind Schrott", sagt der Umweltökonom, und müssten in den Modellen der Energiewende angepasst werden.

Naturschutz vs. Windkraft

Bislang gibt es bei der Flächenvergabe vor allem mit Vögeln Probleme. Diese werden von den Windkraftanlagen erheblich in ihrem natürlichen Habitat gestört und nicht selten verletzt oder sogar getötet. Als Folge wird der Bau von Windrädern untersagt, da naturschutzrechtlich Verbotstatsbestände drohen.

Das sich die Vogelarten in ihrem Verhalten aber unterscheiden und nicht bei allen Arten ein hohes Risiko droht, wird aktuell aber noch zu wenig einbezogen, kritisiert der Landschaftsökonom Wolfgang Peters von der Beratung Bosch & Partner. In einer Studie untersuchte das Unternehmen unterschiedliche Vogelarten auf ihre Anfälligkeit, von Windrädern verletzt zu werden. Diese Daten müssten nun auf der Bundesebene strategisch miteingeplant werden und bei den regionalen Ausbauplänen als Hilfestellung dienen.

Beispiel für Umgang kommt aus Hessen

In Hessen vollziehen die Behörden schon heute die effektive Nutzung von Flächen für die Windkraft und gleichzeitig die Bewahrung von Tier- und Pflanzenwelt. So haben sie in den letzten Jahren sogenannte Schwerpunkträume geschaffen, in denen Tiere besonders geschützt werden und keine Anlagen errichtet werden. In anderen Windvorranggebieten könnten dafür trotz Vogelaufkommen Anlagen gebaut werden. (pm)

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