Derzeit ist nachhaltig produzierter Wasserstoff noch nicht in größeren Mengen verfügbar.

Derzeit ist nachhaltig produzierter Wasserstoff noch nicht in größeren Mengen verfügbar.

Bild: © luchschenF/Adobe Stock

Deutschland hat sich eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 als Ziel gesetzt. Um das zu erreichen, bedarf es neben dem Ausbau der regenerativen Energieerzeugung sowie der Strominfrastruktur weiterer Schlüsseltechnologien. Deswegen haben RWE Generation SE, Siemens, Enertrag, die Stadtwerke Lingen, Hydrogenious Technologies, Nowega sowie des Forschungszentrums Jülich und das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) die Initiative "Get H2" gestartet.

Die Umwandlung von aus erneuerbaren Energien erzeugtem Strom zu H2 – Power-to-Gas – spielt dabei eine entscheidende Rolle. Gemeinsam mit dem Transport und der Speicherung des H2 in bestehenden Infrastrukturen entsteht so eine Schlüsselstruktur für eine erfolgreiche Energiewende. Dabei haben die Partner die Entwicklung einer bundesweiten H2-Infrastruktur mit der Kopplung aller Sektoren im Blick: "Get H2" will die Regionen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne mit einer H2-Erzeugung im industriellen Maßstab verbinden.

Sichere erneuerbare Energie auch bei Dunkelflaute

Und so funktioniert’s: Strom aus erneuerbaren Energien wird in H2 umgewandelt. H2 wird über eine separate Infrastruktur transportiert, für deren Entwicklung die bestehende Gasinfrastruktur genutzt werden kann. In den Sektoren Industrie, Transport und Wärme wird das grüne H2 als CO2-freier Energieträger eingesetzt. In der Industrie ersetzt es fossil erzeugtes H2. Nicht direkt genutztes H2 wird in bestehenden Untergrundspeichern effizient gelagert. In Zeiten von Dunkelflauten kann dieses H2 zur Rückverstromung über eine Gasturbine genutzt werden.

Rückgrat einer deutschen Wasserstoffversorgung könnte eine Pipeline sein, die von der Nordseeküste in einem weiten westlich ausgreifenden Bogen über Lingen im Emsland, Köln, Ludwigshafen, Stuttgart und München nach Österreich führt. Ein nördlicher Abzweig von Lingen nach Osten würde neben Berlin auch ganz Brandenburg, fast ganz Sachsen-Anhalt und große Teile Mecklenburgs versorgen. Von Ludwigshafen aus würden Mittelfranken und die Oberpfalz angebunden. (sig)

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