Nach dem veröffentlichten Gutachten plädieren die Grünen in Bayern für eine stärkere Förderung der erneuerbaren Energien.

Nach dem veröffentlichten Gutachten plädieren die Grünen in Bayern für eine stärkere Förderung der erneuerbaren Energien.

Bild: © bobo1980/AdobeStock

Bestärkt von einem neuen Gutachten lehnen die Landtags-Grünen den Neubau von Gaskraftwerken in Bayern strikt ab und fordern stattdessen mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien, um die Bedingungen für klimaneutralen Strom zu verbessern.

"Bayern braucht keine zusätzlichen, klimaschädlichen Gaskraftwerke", sagte der Grünen-Abgeordnete Martin Stümpfig am Mittwoch in München. Neue Gaskraftwerke wären ein Rückfall in das zu Ende gehende fossile Zeitalter und damit auch ein technischer Rückschritt für das sonst so fortschrittliche Bayern, fuhr er fort.

Optimistisches Szenario zeigt eine Deckung auf

Aus dem Gutachten "Neue Gaskraftwerke für Bayern", das das Freiburger Öko-Institut im Auftrag der Grünen-Fraktion erstellt hat, geht hervor, dass "es zur Abdeckung der Stromnachfrage des Jahres 2035 keinen Bedarf für zusätzliche Gaskraftwerke in Bayern gibt". Unter den Bedinungen, dass die "Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Freistaat zügig ausgebaut, die heute noch betriebenen Kohle-Heizkraftwerke durch mit Gas betriebene Kraft-Wärme-Kopplung ersetzt und das Übertragungsnetz für Strom wie geplant verstärkt wird", so die optimistische Einschätzung des Gutachtens.

Pessimistisches Szenario offenbart Deckungslücke

Wenn jedoch pessimistischere Annahmen zur Entwicklung der genannten Parameter getroffen werden, so ergibt sich für wenige Stunden des Jahres eine Lücke bei der Deckung der Stromnachfrage in Höhe von bis zu 2140 MW. Diese Stunden würden ausschließlich in dem Zeitraum von Mitte Oktober bis Mitte Februar liegen.

Zur Schließung dieser Lücke kommen die derzeit von den Übertragungsnetzbetreibern für Strom ausgeschriebenen Reservekraftwerke nicht in Frage, da diese nur im Fall von Netzengpässen betrieben und nicht im normalen Strommarkt eingesetzt werden dürfen. "Insofern könnten in diesem Szenario zusätzliche Gaskraftwerke mit der genannten Leistung benötigt werden", zeigt das Gutachten ebenso auf.

Milliarden für neue fossile Gaskraftwerke einsparen

Stümpfig warnte mit Blick auf diese Berechnungen, es drohe damit ein hoher Investitionsbedarf für eine nur geringe Auslastung. Das Gutachten zeige dagegen, dass neue Gaskraftwerke unnötig seien, wenn unter anderem die erneuerbaren Energien zügiger ausgebaut würden als bisher. Dann könnte man sich Milliarden-Investitionen für wenig genutzte neue fossile Gaskraftwerke ersparen, betonte Stümpfig. (ab/dpa)

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