Kein Zweifel, die Energiewende verläuft dezentral: Dazu tragen tausende KWK-Anlagen im Kleinformat von Wärmepumpen bis Biogasanlagen bei. Dass diese Prosumer zur Netzstabilität beitragen können, beweisen erste regionale Flexibilitätsmärkte, die im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Schaufensters der intelligenten Energiewende (SINTEG) aufgebaut werden. Wie viel Flexibilitäten die einzelnen Anlagen in Engpass-Situationen bereitstellen können, berechnen diese nun selbst.
Möglich wird das durch ein Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI): Durch einen selbstlernenden Algorithmus berechnet die Anlage ihr Flexibilitätspotenzial. Mittels Schwarmintelligenz können die Daten dann aggregiert werden und kontinuierlich 36 Stunden bis zu 20 Minuten vor der Erbringung dem Netzbetreiber mitgeteilt werden.
Normale Betriebs- und Vermarktungsweise
In der Praxis des SINTEG-Schaufensters "C/Sells" hat Tennet eine Wärmelastverschiebung einer KWK-Anlage, die im Nieder- und Mittelspannungsnetz des Bayernwerks eingebunden ist, abgerufen.
Auf die Vermarktung und Betriebsweise hat das zunächst keinen Einfluss, denn die Anlagen melden nur zustätzliche freie Flexibilitätsmengen in Form von Fahrplänen, die der Netzbetreiber dann in seine Planung einbeziehen kann.
Wirkungsgrad konventioneller Kraftwerke erreichbar
Klaus Nagl, Geschäftsführer von Consolinno, der Entwicklerfirma der Analyse-Software resümiert: "Wir haben mit dieser Hard- und Softwarelösung erstmalig einen neuartigen, intelligenten Prozess entwickelt, welcher die Flexibilitäten verschiedenster Kleinanlagen im laufenden Betrieb aggregiert und dynamisch sowie aktiv dem Netzbetreiber zur Verfügung stellt. Damit erreichen wir die Wirkungskraft konventioneller Großkraftwerke. (ls)



