Da ist viel Öko drin: Das Hamburg Institut hat in einer Studie festgehalten, wie der Markt für Ökostrom selbsttragend werden kann.

Da ist viel Öko drin: Das Hamburg Institut hat in einer Studie festgehalten, wie der Markt für Ökostrom selbsttragend werden kann.

Bild: © SWU

Die Kohlekommission hat im Februar empfohlen, schrittweise aus der Kohleverstromung auszusteigen. Das Öko-Institut hat daraufhin die Auswirkung dieses Kohlausstiegs auf die Strompreise untersucht. Rund 0,4 Cent pro Kilowattstunde könnten die Preise im Mittel beim Abschalten der Kohlekraftwerke steigen – so das Ergebnis der entsprechenden Studie. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sorge dabei für eine Senkung der Großhandelspreise mindestens in der gleichen Größenordnung.

Ins Visier nimmt das Institut auch den Koalitionsvertrag der Bundesregierung, der einen Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von bis dahin 52 Prozent auf 65 Prozent bis zum Jahr 2030 vorsieht. Falls der umgesetzt würde, indem die schrittweise Reduzierung der Kohleverstromung mit einem stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien gekoppelt wird, könnte der Strompreis sogar sinken. Konkret meint das Öko-Institut, dass "die Großhandelspreise in der Größenordnung von 0,4 Cent pro Kilowattstunde sinken" dürften.

Höhere CO2-Abgabe soll Preissteigerungen auffangen

Das Öko-Institut spricht sich angesichts der Schwierigkeiten bei der Energiewende für eine dirigistische Marschrichtung aus: "Die Kohlekommission hat eine Kompensation für steigende Strompreise für alle deutschen Stromverbraucher vorgeschlagen. Über die Höhe dieser Kompensationszahlungen sollte die Bundesregierung vor dem Hintergrund stark schwankender Brennstoffpreise auf Grundlage der real aufgetretenen Entwicklung entscheiden", so Felix Matthes, dort Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik.

Die Wissenschaftler haben verschiedene Studien zu Strompreiseffekten einer schrittweisen Reduzierung der Kohleverstromung ausgewertet. Wie hoch die Strompreise ansteigen, so die Experten, hängt dabei neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien insbesondere von der Entwicklung der Erdgas- und CO2-Preise ab. Womit davon ausgegangen werden darf, dass im Öko-Institut eine höhere und ausgeweitete Lenkungsabgabe für CO2-Emissionen nicht unwillkommen wäre. (sig)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper