Der geplante Batteriespeicher wäre die größte Investition in der Geschichte der evb, wie Geschäftsführer Daniel Dierich erklärt.

Der geplante Batteriespeicher wäre die größte Investition in der Geschichte der evb, wie Geschäftsführer Daniel Dierich erklärt.

Bild: © Daniela Wiesbrock / Die Glocke

Die Energieversorgung Beckum (evb) plant den Bau eines Batteriespeichers. Der Speicher könnte rein rechnerisch ganz Beckum für sechs Stunden mit Strom versorgen. "Erneuerbare Energien können nur in Kombination mit Speichermöglichkeiten ihr Potenzial entfalten", sagt Daniel Dierich, Geschäftsführer der evb. "Deshalb ist dieses Speicherprojekt ein Meilenstein für die Energiewende Beckums."

Der Batteriespeicher wäre demnach die größte Investition in der Geschichte des kommunalen Unternehmens. Das Projekt befindet sich aktuell in der Planungsphase, die endgültige Entscheidung über die Umsetzung soll bis Ende des Jahres getroffen werden.

Eigener Batteriespeicher-Tarif

Für Beckumerinnen und Beckumer soll es zudem die Möglichkeit geben, sich über eine Bürgerbeteiligung in das Projekt einzubringen und so auch finanziell am Erfolg des Batteriespeichers teilzuhaben. Geschäftsführer Dierich erklärt, dass darüber hinaus Stromkunden der evb von einem dynamischen "Batteriespeicher-Tarif" profitieren werden. Die Stromkosten könnten hierbei durch das eigene Nutzungsverhalten gesenkt werden.

An Details zu beiden Möglichkeiten arbeitet das Unternehmen derzeit. Eine Veröffentlichung ist Mitte 2025 vorgesehen.

Nähe zu Umspannwerk

Die neue Anlage soll in unmittelbarer Nähe des Umspannwerks am Sudhoferweg entstehen. Dort befinden sich mehrere Gewerbe- und Industriebetriebe. "Die Anlage wird sich gut in die Umgebung einfügen, denn bis 2019 befand sich an der Stelle eine größere Trafostation", so Dierich weiter.

Derzeit erarbeitet ein unabhängiger Gutachter ein entsprechendes Anlagenkonzept mit allen notwendigen Schallschutzmaßnahmen zur Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte. Auch weitere Anregungen der Anlieger, die in einem ersten Termin angesprochen wurden, werden geprüft, der Austausch mit allen Beteiligten ist im Gange.

Mehrere kommunale Projekte

Mehrere große Energiekonzerne haben bereits Batteriespeicher gebaut oder solche Projekte angekündigt. In der Kommunalwirtschaft sind Speicher noch weniger verbreitet. Zuletzt hatten etwa die Stadtwerke Feuchtwangen den Bau eines Speichers mit 10 MW Leistung bis 2025 angekündigt. Das bisher größte kommunale Projekt plant Westfalen Weser am ehemaligen AKW-Standort Würgassen.

Stromspeicher sollen im künftigen Energiesystem eine wichtige Rolle einnehmen. Die Bundesregierung hat eine Speicherstrategie angekündigt und auch bereits erste Eckpunkte vorgelegt. Umfragen in der Branche zeigen, dass der Speicherausbau bei vielen Unternehmen derzeit als Priorität angesehen wird. (jk)

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