Strom

Land übernimmt Kosten für Energieberatung

Viele Gebäude in Thüringen sind zuletzt Anfang der 1990er Jahre umfassend saniert worden. Heute sind einige wahre Energiekiller. Um Sanierungsmaßnahmen zu erleichtern, kooperiert das Umweltministerium mit der Verbraucherzentrale.
11.01.2019

Anja Siegesmund (Die Grünen), Umweltministerin des Freistaates Thüringen

Die Thüringer müssen für die Energieberatung durch die Verbraucherzentrale künftig nichts mehr zahlen. Mit diesem Angebot sollen vor allem die Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern im ländlichen Raum erreicht werden, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) am Freitag in Erfurt.

Viele Immobilien seien noch nicht so gedämmt, wie das technisch möglich sei oder würden durch veraltete Heizungen warm gehalten. Nun übernehme das Land quasi den Eigenanteil, den Hauseigentümer bei der Energieberatung durch die Verbraucherzentrale zahlen müssen. Er liege bisher bei 5 bis 40 Euro.

"Gut fürs Portemonnaie"

Siegesmund erhofft sich von der energetischen Sanierung Einsparungen. "Das ist gut für die Umwelt und gut fürs Portemonnaie." Die Ministerin unterschrieb eine Kooperationsvereinbarung zwischen Energieministerium, der Thüringer Energie- und Greentech-Agentur und der Verbraucherzentrale. Ihr zufolge stellt das Land zunächst 40.000 Euro bereit, um die Eigenanteile der Verbraucher für entsprechende Beratungen zu übernehmen. Diese Gelder könnten aber noch aufgestockt werden, wenn es einen großen Zulauf zu den Energieberatungen gebe. "Ich wünsche mir den."

Der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Thüringen, Ralph Walther, sagte, bislang seien viele Hauseigentümer vor einer Energieberatung zurückgeschreckt. Zwar sei der bisher zu leistende Eigenanteil schon gering gewesen und eine Energieberatung führe eigentlich immer zu Einsparungen. Doch es sei nun mal eine Tatsache, dass Beratungsentgelte auf Verbraucher oft abschreckend wirkten. Wenn nun der Freistaat diese Kosten übernehme, rechne er mit deutlich mehr Energieberatungen als bisher.

3700 Beratungen pro Jahr

Im vergangenen Jahr berieten die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale laut Walther etwa 3700 Menschen, wie sie ihre eigenen vier Wände beispielsweise besser dämmen können. Wenn nun infolge der Kooperationsvereinbarung mehrere hunderte derartige Beratungen zusätzlich pro Jahr anfielen, wäre das ein großer Erfolg. Dass ein Bundesland den Eigenanteil der Hauseigentümer für die Energieberatungen übernehme, sei bundesweit einmalig, sagte Walther.

Zahlreiche Immobilien in Thüringen waren kurz nach der Wende zuletzt umfassend saniert worden – in den Städten ebenso wie im ländlichen Raum. Sowohl bei privaten Hauseigentümern als auch vielen Wohnungsunternehmen stehen deshalb in den nächsten Jahren umfassende Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten an. (dpa/al)