Die Generalüberholung dauerte fünf Jahre, drei alte Kaplanmaschinen sowie die Leittechnik und die Abströmung des Rheinkraftwerks Albbruck Dogern (Radag) wurden erneuert. Jetzt hat das Wasserkraftwerk am Hochrhein an der Schweizer Grenze wieder den Regelbetrieb aufgenommen – mit gänzlich neuer Technik. 43 Milllionen Euro haben der Hauptgesellschafter der Radag AG, RWE Generation und die Minderheitsgesellschafter, die Schwerizer AEW Energie und die deutsch-schweizerische Energiedienst Holding, investiert.
"Grenzübergreifende Energiewende"
"Grundlastfähige Wasserkraft trägt zu einer erfolgreichen und grenzübergreifenden Energiewende bei. Zehn Prozent mehr Leistung und ein wartungsfreundlicher Betrieb stehen für diese Investition in die Zukunft", erklärte Sandra Silva Riaño, Aufsichtsratsvorsitzende der Radag und Leiterin Hydro Power und Biogas bei RWE Generation.
Maßgeschneiderte Turbinen
Wasserkraftwerke sind Unikate. Für jedes Kraftwerk müssen Turbinen maßgeschneidert werden, denn überall unterscheiden sich Wasserdurchfluss oder Fallhöhe der Anlagen. Die Maschinen des aus den 1930er Jahren stammenden Rheinkraftwerks bestehen aus jeweils einem Laufrad mit einem Durchmesser von sieben Metern, einem Leitapparat sowie einem Generator. Jede der drei Maschinen verfügt über eine Leistung von 28 MW.
"Mühevolle Kleinstarbeit"
"Fünf Jahre haben wir unser Rheinkraftwerk in mühevoller Kleinstarbeit saniert. Jedes Teil musste einzeln und in Handarbeit auseinandergenommen, bearbeitet und wieder eingesetzt werden. Und das Ganze im laufenden Betrieb, die verbleibenden zwei Maschinen sind weiter gelaufen", erklärt Projektleiter Andreas Göggel von der Schluchseewerk AG, die sich um die Betriebsführung und um die Projekte der Radag kümmert.
Dank seines hochmodernen Designs mit vier statt fünf Flügeln kann das tonnenschwere Laufrad die Strömungsenergie effizienter nutzen. So können trotz unveränderter installierter Leistung grüner Strom für über 13.000 Haushalte zusätzlich erzeugt werden.
Auch die Bahn bezieht Ökostrom von der Radag
Die Radag verfügt über eine weitere Turbine im 2009 fertiggestellten Wehrkraftwerk weiter flussaufwärts. Mit allen vier Turbinen kommt das Unternehmen auf eine installierte Gesamtleistung von 108 MW und erzeugt rund 680 Millionen kWh Strom pro Jahr. Auch die Deutsche Bahn deckt einen Teil ihres Energiebedarfs mit dem von der Radag am Hochrhein erzeugten Ökostrom. (hoe)



