In Köln haben Sanierungsarbeiten nach dem Energiesprong-Bauprinzip mit vorgefertigten Elementen begonnen. Es ist die erste energetische Gebäudesanierung in Nordrhein-Westfalen, die die innovative Modernisierungslösung nutzt. Das Haus mit sechzehn Wohnungen ist der zweite Energiesprong-Pilot in Deutschland und bleibt als erstes Gebäude während der energetischen Sanierung bewohnt. Eigentümer ist die Wohnungsbaugenossenschaft am Vorgebirgspark (WgaV).
Dena begleitet Projekt
Die Sanierung wird von der ecoworks GmbH umgesetzt. Die Deutsche-Energie-Agentur (dena) begleitet das Pilotprojekt. Energiesprong ist ein international ausgezeichneter, digitalisierter Bauprozess mit vorgefertigten Elementen. Ziel der Kölner Gebäudesanierung ist, das vierstöckige Wohnhaus, Baujahr 1955, in kurzer Zeit und kosteneffizient auf den klimaneutralen NetZero-Standard zu bringen. Es erzeugt dann im Jahr so viel erneuerbare Energie, wie die Bewohner für Heizung, Warmwasser und Strom in einem definierten Rahmen verbrauchen.
Fertigstellung bis Jahresende
Erreicht wird dieser Standard durch das serielle Sanieren mit vorgefertigten Fassaden- und Dachelementen sowie nachhaltiger Heiztechnik und Stromerzeugung. Die Sanierungsarbeiten sollen Mitte Dezember 2020 abgeschlossen sein.
Zwei Wärmepumpen
Die Fassadenteile mit Faserzementplatten fertigt ein Holzbauunternehmen aus Brandenburg. Im September werden sie geliefert und an die Fassaden angebracht. Die Elemente werden komplett gedämmt und mit Fenstern und Türen montiert. Im Vorfeld erfolgt eine Strangsanierung für Kaltwasser und der Einbau zweier Wärmepumpen für Heizung und Warmwasser.
KfW-55-Standard
Das Dach erhält eine PV-Anlage zur CO2-neutralen Stromerzeugung. Soweit noch nicht ausgetauscht erhalten die Wohnungen neue Heizkörper. Eine Ultra-Filtrationsanlage garantiert einwandfreies Trinkwasser und einen effizienten Betrieb der Wärmepumpen. So erreicht das Gebäude den hocheffizienten KfW 55-Standard. Ein ständiges Monitoring sichert die Wirksamkeit der Anlagentechnik und garantiert schnelles Einschreiten bei Fehlfunktionen.
Kuhlmann: "Tolles Beispiel"
"Der Startschuss in Köln zeigt eindrucksvoll, dass es auch in Krisenzeiten möglich ist, ein innovatives Projekt auf die Spur zu bringen. Wir sehen hier ein tolles Beispiel, wie wir zukunftsweisend wieder aus der Krise rauskommen und dabei sowohl Klima als auch Konjunktur stärken", bekräftigte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung.
NRW-Bauministerin: "Lobenswerte Initiative"
"Der Energiesprong ist eine lobenswerte Initiative der Wohnungswirtschaft, die zeigen kann, dass Gebäudesanierung und Bezahlbarkeit von Wohnraum gleichzeitig erreicht werden kann", betonte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker sprach von einer „beispielgebenden Initiative“, die sie im Sinne des Klimaschutzes für die Millionenstadt nachdrücklich begrüße.
Lob auch vom GdW
Axel Gedaschko, Präsident GdW - Bundesverbandes der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen sprach von einem „weiteren Meilenstein für das serielle Sanieren in Deutschland“. Das Pilotprojekt werde neue Erfahrungen und Erkenntnisse erbringen, die dann in die Nachfolgeprojekte einfließen könnten.
Energiesprong in Deutschland
In Deutschland wird Energiesprong von der Dena koordiniert und vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen unterstützt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) finanziert das Dena-Projekt. Die Umsetzung der ersten Piloten in Deutschland wird zudem über das EU-Programm Interreg NWE "Mustbe0" gefördert. Dazu gehört auch das Projekt in Köln. Die Dena schätzt allein das Potenzial für kleinere bis mittlere Mehrfamilienhäuser der 50er bis 70er Jahre in Deutschland auf rund 500.000 Gebäude. (hoe)



