Im jährlichen Monitoringbericht der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts stellen die Behörden derzeit keine Marktbeherrschung bei der Stromerzeugung fest. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte dazu: "Die Marktanteile der fünf großen Stromerzeuger sind seit Jahren rückläufig. Obwohl derzeit keine hinreichenden Anzeichen für eine Marktbeherrschung bei der Stromerzeugung festzustellen sind, müssen wir die Entwicklungen auf diesem Markt nicht zuletzt aufgrund der Auswirkungen der Energiewende aber weiter eng beobachten. Marktbeherrschung kann etwa in Zeiten, in denen der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, wieder ein wichtiges Thema sein."
Bei insgesamt rückläufigen Marktanteilen der größten fünf Stromerzeuger (2018: 73,9 Prozent) hätten sich aber die relativen Gewichte in dieser Gruppe verschoben. Marktführer ist mit 30,2 Prozent weiterhin RWE, aber nunmehr mit weitem Abstand vor Eon, Vattenfall, EnBW und der Leag. Dennoch beherrsche RWE nicht den Markt, auch wenn der Essener Energiekonzern in einer nicht unerheblichen Anzahl von Stunden im Jahr unverzichtbar ist, um die Stromnachfrage zu decken, so Mundt weiter. Daher wird das Bundeskartellamt RWE, auch vor dem Hintergrund des Deals mit Eon, weiter im Blick behalten.
Konventionelle Erzeugungskapazitäten sinken weiter
Ende 2018 hatte sich der Bestand der Erzeugungskapazitäten der konventionellen Energieträger minimal um 0,7 GW auf 103,3 GW verringert. Kapazitätszuwächse konnten die erneuerbaren Energien verzeichnen, hier wurden rund 6,6 GW zugebaut, so dass die installierte Leistung nun bei 118,2 GW liegt. Die Einspeisung aus Solaranlagen stieg um 15,2 Prozent, die gesamte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um 2,9 Prozent.
Auch die Nettostromerzeugung lag mit rund 592,3 TWh um ca. 9,1 TWh unter dem Vorjahreswert. Das sei aber vor allem auf die gesunkene innerdeutsche Nachfrage zurückzuführen, so die Behörden.
"Anteil der Haushaltskunden in der Grundversorgung ist weiterhin zu hoch“
Nach Ansicht des Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, ist der "Anteil der Haushaltskunden in der Grundversorgung weiterhin zu hoch". Er ermutigt die Verbraucher, vom Lieferanten- oder Vertragswechsel, der sich "fast immer" lohne, Gebrauch zu machen. Aktuell haben laut BNetzA rund 27 Prozent der Strom- und 18 Prozent der Gaskunden einen Grundversorgungsvertrag. "Hier gilt es verstärkt nach Gründen zu suchen. Durch einen Wechsel lässt sich für viele Haushalte trotz steigender Preise Geld sparen", erklärte der Chef der Bonner Regulierungsbehörde. (pm)
Der aktuelle Bericht ist unter www.bundesnetzagentur.de/berichte veröffentlicht.



