MVV-Energie-Vorstand Ralf Klöpfer (links) und SMA-Vorstand Jürgen Reinert erläutern am 20. Juni 2018 auf der Messe Intersolar in München ihre pilotierte gemeinsame Lösung zum vollautomatischen Energiemanagement samt Direktvermarktungsanbindung namens »SMA Spot«.

MVV-Energie-Vorstand Ralf Klöpfer (links) und SMA-Vorstand Jürgen Reinert erläutern am 20. Juni 2018 auf der Messe Intersolar in München ihre pilotierte gemeinsame Lösung zum vollautomatischen Energiemanagement samt Direktvermarktungsanbindung namens »SMA Spot«.

Bild: © Eble

Der Mannheimer Kommunalversorger MVV Energie und der Wechselrichter-Hersteller SMA Solar Technology pilotieren derzeit mit »SMA Spot« eine gemeinsame vollautomatische Lösung zur kostengünstigen Direktvermarktung von Solarstrom ab 100 kWp. Dies teilten MVV-Vertriebsvorstand Ralf Klöpfer und SMA-Technologievorstand Jürgen Reinert am Mittwoch auf der Messe Intersolar in München mit.

Kern der Technologie ist, dass die strategischen Partner gemeinsam eine Schnittstelle von der Energiemanagement-Plattform EnnexOS von SMA zur Direktvermarktungs- und Energiehandelssoftware von MVV Energie entwickelt haben. »Wir bringen unser Technologie-Knowhow mit dem energiewirtschaftlichen Knowhow von MVV Energie zusammen«, sagte Jürgen Reinert.

Bislang gab es keine wirtschaftliche Lösung

Bisher gab es für Photovoltaik(PV)-Anlagen im Leistungsbereich zwischen 100 und 750 kWp keine wirtschaftliche Direktvermarktungs-Anbindung – der Aufwand für die Integration der Kommunikationstechnik war für die kleinteiligen Erträge zu groß, erklärte Ralf Klöpfer von MVV Energie. Die Lösung ist nun, das Gros des Datenflusses innerhalb des Energiemanagementsystems (EMS) EnnexOS zu belassen – ein EMS brauchen Anlagen ab 100 kWp ohnehin – und die Anbindung an Energiehandel und die dahinterliegenden energiewirtschaftlichen Geschäftsprozesse vollständig zu automatisieren, so Klöpfer weiter. Dabei werde der Gesamtertrag auch im Hinblick auf den Eigenerzeugungsanteil optimiert.

Die Direktvermarktungspartnerschaft der beiden Unternehmen ist exklusiv, bestätigte Jürgen Reinert von SMA – ein anderer Direktvermarkter als MVV Energie lässt sich über »SMA Spot« nicht auswählen. Andererseits hat ein Anlagenbetreiber so eine bequeme Chance, direkt von der Inbetriebnahme an Direktvermarktungserlöse zu erzielen; er muss sich keinen Direktvermarkter suchen.

Suche nach Automatisierungslösung war nötig

Der »SMA Spot« wird derzeit pilotiert, hieß es. Daher gebe es noch keine Preise. Jedenfalls wird das System unabhängig von SMA-Wechselrichtern vertrieben werden, und zwar bei SMA »aktiv« über die Installateure in seinem Partnerprogramm, betonte Vorstand Reinert.

MVV Energie ist einer der großen deutschen Erneuerbaren-Direktvermarkter, mit einem Gesamtportfolio von 4000 bis 4500 MW, davon 1500 MW Photovoltaik. Die Tatsache, dass die Margen in dem Segment drastisch gesunken seien, habe die Suche nach einer Automatisierungslösung wie »SMA Spot« begünstigt, sagte Klöpfer. MVV Energie bekam von SMA-Vorstand Reinert ein Lob, hierarchie- und abteilungsübergreifend zu arbeiten. Klöpfer gab das Lob zurück: Man habe agil und dynamisch ein Produkt entwickelt. Das erste Sondierungsgespräch zwischen den Beiden zu dieser Kooperation sei erst vor gut einem Jahr gewesen. (geo)

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