Die Ausschreibung der Gas- und Stromversorgung öffentlicher Liegenschaften sorgt im Stadtrat für einen Zähneknirschen.

Die Ausschreibung der Gas- und Stromversorgung öffentlicher Liegenschaften sorgt im Stadtrat für einen Zähneknirschen.

Bild: © Bernd Kasper/pixelio.de

Hauptsache billig: Diesen Vorwurf musste sich die Stadt Erfurt vergangenen Sommer anhören, nachdem sie ihren eigenen Stadtwerken bei der Energieversorgung für die öffentlichen Liegenschaften einen Korb gegeben hatte. Stattdessen bekam der Privatanbieter Deutsche Energie (DEG) den Zuschlag. Nun könnte bald ein erneuter Aufschrei durch die Landeshauptstadt gehen.

Da das baden-württembergische Unternehmen kurz vor Weihnachten Pleite gegangen ist, stehen in Erfurt bald Neuausschreibungen an, bestätigte die Stadtverwaltung auf ZfK-Anfrage. In den kommenden drei bis neun Monaten soll der Vertrag über 17 Mio. Euro neu vergeben werden, heißt es in der "Thüringer Allgemeine". Glaubt man den Aussagen des Ordnungsdezernenten Steffen Linnert (SPD), haben die Stadtwerke aber auch in der zweiten Runde kaum Chancen auf den Zuschlag.

Mehrkosten durch Pleite unabwendbar

Zwar sind sie als Grundversorger seit dem Ausfall der DEG für die Versorgung der Liegenschaften zuständig, aber "die Stadt bemühe sich, schnellstmöglich zu einer sogenannten Ersatzversorgung zu wechseln, bei der die Energiepreise näher an den Marktpreisen liegen", so Linnert gegenüber der Lokalzeitung. Das günstigste Angebot stand auch bei der Vertragsvergabe im Sommer 2018 im Mittelpunkt. Gegen die Dumpingpreise der DEG hatten die Erfurter keine Chance. Ihr regionales Engagement war für die Verantwortlichen genauso wenig ein Argument wie der drohende Imageschaden, wenn die Stadt ihren eigenen Werken "fremdgeht".

Letztlich sorgt der Sparkurs nun für deutliche Mehrkosten. Laut dem zuständigen Amt komme ein sechsstelliger Betrag auf die städtischen Eigenbetriebe zu, heißt es im Bericht weiter. Welche Konsequenzen die Pleite der DEG auf den Haushalt und die Wirtschaftspläne habe, sei aber noch nicht abzusehen, so Linnert. Stadtwerke und Stadtverwaltung standen für weitere Anfragen der ZfK nicht zur Verfügung. (ls)

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