Auf der Schotterfläche vor einer Windturbine nahe Lichtenau in NRW steht ein PV-Anlage, die sich mehrmals auf- und abbauen lässt und zwar schnell und einfach.

Auf der Schotterfläche vor einer Windturbine nahe Lichtenau in NRW steht ein PV-Anlage, die sich mehrmals auf- und abbauen lässt und zwar schnell und einfach.

Bild: © Westfalen Wind PV GmbH

Die Westfalen Wind PV hat in der Nähe von Lichtenau eine Win-Win-Lösung für die Energiewende und Landwirtschaft in Betrieb genommen. Eine 100-kW-PV-Freiflächen-Anlage soll künftig den Eigenstromverbrauch einer Windturbine decken. Der Clou: Die PV-Module sind auf einem Teil der Schotterfläche errichtet, die sonst für Wartungs- und Serviceeinsätze an der Windkraftanlage brach liegt.

„Mit der Nutzung solcher Schotterflächen entschärfen wir den Druck zur Nutzung von Ackerflächen, was bei Landwirten häufig Diskussionen auslöst,“ so Daniel Saage, der die Solarsparte bei Westfalen Wind managt. Er schätzt das Potenzial allein im Kreis Paderborn für Kranstellflächen-PV auf mindestens fünf MW, wenn jede 10. Kranstellfläche bebaut werde. Nicht jeder Platz sei wegen möglicher Verschattung durch Bäume oder die Windkraftanlagen selbst geeignet. NRW-weit könnten so möglicherweise am Fuße von Windrädern 60 Megawatt Photovoltaik zugebaut werden. Zum Vergleich: Landesweit gibt es erst 250 MW Freiflächen PV.

Spezieller Unterbau ermöglicht Auf- und Abbau

Die Anlage nahe Lichtenau soll jährlich etwa 85 MWh Strom liefern, was rein rechnerisch den Mindest-Eigenbedarf von zwei Windturbinen deckt. Etwa die Hälfte der Kranstellfläche wurde bebaut, für Service-Fahrzeuge und den Rettungsweg bleibt also noch genug Platz. „Sollte doch mal der ganz große Kran für eine Reparatur anrücken müssen, haben wir die PV-Anlage in kürzester Zeit beiseite geräumt“, so Saage.

Die PV-Anlage wurde nämlich mit einem speziellen Untergestell ausgestattet. Ein mehrmaliger Auf- und Abbau sollte damit kein Problem sein. Problematisch wurde es bislang jedoch an anderer Stelle.

Nächstes Projekt in Planung

Der Kreis Paderborn, der für die Genehmigung der Anlage zuständig ist, sträubte sich laut Westfalen Wind massiv gegen das Projekt. Hauptgrund hierfür seien wohl ästhetische Bedenken und Eingriffe in das Landschaftsbild gewesen. Das ließ der Erneuerbaren-Projektierer nicht so stehen: "Die Kranstellflächen-PV-Anlage ist völlig anders als bekannte Freiflächenanlagen aufgebaut. Das Gestell erhebt sich nur etwa 35 Zentimeter über der Schotterfläche und ist meist vom nächsten Feldweg aus schon nicht mehr zu erkennen, wenn Getreide oder Raps sich entwickelt haben", heißt es vom Unternehmen.

Erst nachdem sich NRW- Wirtschaftsminister Pinkwart und Bauministerin Scharrenbach einmischten, gab es dann die langersehnte Baugenehmigung. Der Ausbau soll jetzt Stück für Stück weitergehen: Eine zweite Kranstellflächen-PV-Anlage bei Lichtenau ist bereits beantragt. (ls)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper