So funktioniert die neue White-Label-Lösung: Auf der Basis der eigenen dezentralen Anlagen und derjenigen Dritter in einem Umkreis von 50 Kilometern rund um den Wohnsitz des Kunden können Stadtwerke ihr eigenes Lokalstromprodukt entwerfen.

So funktioniert die neue White-Label-Lösung: Auf der Basis der eigenen dezentralen Anlagen und derjenigen Dritter in einem Umkreis von 50 Kilometern rund um den Wohnsitz des Kunden können Stadtwerke ihr eigenes Lokalstromprodukt entwerfen.

Visualisierung: © Rheinenergie

Die Rheinenergie und die Stadtwerke Soest präsentieren auf der Branchenleitmesse E-World 2019 eine Plattform für die Vermarktung von regional erzeugtem Strom. Mit Hilfe dieser White-Label-Lösung können Stadtwerke im Umkreis von 50 Kilometern rund um den Wohnsitz des Kunden auf Basis eigener dezentraler Anlagen und derjenigen Dritter ein eigenes Lokalstromprodukt entwickeln.

Stadtwerk als lokaler Marktplatz

Das Stadtwerk hat in dem Modell die Rolle eines lokalen Marktplatzes zwischen Erzeuger und Verbraucher und unterhält Vertragsbeziehungen zu beiden Partnern. Der Kunde kann sich über die webbasierte Plattform seinen regionalen Strommix aus den verfügbaren Anlagen selber zusammenstellen, dies können neben Windkraft- oder PV-Anlagen beispielsweise auch Blockheizkraftwerke sein.

Die erforderlichen Reststrommengen liefert das jeweilige Stadtwerk. Ob es sich dabei um eine klassische Grünstromlieferung handelt, ein überregionales Erneuerbaren-Portfolio oder eine regionale steuerbare Anlage des Versorgers entscheidet das kommunale Unternehmen vor Ort. Administriert wird die Plattform von der Rheinenergie und den Stadtwerken Soest, die den Strom auch vermarkten.

Livedaten der Erzeugungsanlagen

Anders als bei der white-label-fähigen Grünstrom-Vermarktungsplattform Talmarkt der Wuppertaler Stadtwerke wurde bewusst auf eine blockchainbasierte Abrechnung verzichtet, auch Smart Meter bei den Haushalts- und Gewerbekunden sind aus Kostengründen in der Anfangsphase nicht vorgesehen. Der Kunde sieht beim "stromodul" Livedaten "seiner" Erzeugungsanlagen, die er auf die Ebene von Viertelstundenintervallen zurückverfolgen kann. Diese werden dann dem angenommenen Verbrauchsprofil gegenübergestellt.

ASEW ist Kooperationspartner

Bis Mitte des Jahres soll das Produkt finalisiert sein. Anschließend ist eine kurze Pilotphase mit zwei Stadtwerken in NRW geplant. Im Anschluss wird die Lösung bundesweit angeboten. Das Interesse aus der Kommunalwirtschaft soll groß sein, auch Projektenwickler von Windparks oder PV-Freiflächenanlagen haben einen Bedarf signalisiert. Weiterer Kooperationspartner bei dem Projekt ist die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW), die unter anderem Stadtwerke bei Marketing- und Zertifizierungsfragen unterstützen wird. (hoe)

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Einen ausführlichen Hintergrundartikel zu dem neuen Produkt und der Kooperation zwischen der Rheinenergie und den Stadtwerken Soest finden Sie in der Februarausgabe der ZfK, die am Mittwoch (30. Januar) erscheint.

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