Trotz der weltweiten Corona-Krise investierte Europa im vergangenen Jahr eine Rekordsumme von 26,3 Mrd. Euro in den Offshore-Ausbau. Damit werden gut sieben GW Leistung in den kommenden Jahren errichtet werden. 2020 waren es 2,9 GW Zubau, damit erfüllt die Branche genau die Vorhersagen der WindEurope in Prä-Coronazeiten.
Neun neue Offshore-Windparks gingen in fünf Ländern ans Netz. Die Niederlande schlossen 1493 MW an und stellten den Windpark Borssele fertig. Belgien brachte 706 MW ans Netz, Großbritannien 483 MW und Deutschland 219 MW. Portugal schloss die Installation eines schwimmenden Offshore-Windparks ab, der durch das NER300-Programm der EU kofinanziert wurde.
40 Prozent der Kapazitäten vereint Großbritannien
Europa verfügt nun über 116 Offshore-Windparks in 12 Ländern. 40 Prozent der Kapazität befindet sich in Großbritannien. Aber auch neue Player wagen sich in den Markt. So hat Frankreich sich final für den Zubau von einem GW bis 2023 entschieden. Geplant sind vier weitere kleine schwimmende Offshore-Parks und ein großer Floating-Park soll dieses Jahr ausgeschrieben werden.
Polen wiederum hat ein historisches Offshore-Windgesetz verabschiedet und strebt bis 2050 eine Offshore-Windleistung von 28 GW an. Und auch in Griechenland und dem Baltikum gibt es Pläne für erste Projekte.
PPAs kommen an
"Offshore-Wind ist nicht mehr nur ein Thema für die Nordsee. Sie wird schnell zu einer gesamteuropäischen Angelegenheit. Immer mehr Länder engagieren sich in diesem Bereich. Polen, Spanien, Griechenland, Irland und die drei baltischen Staaten haben alle Pläne. Und der schnelle Fortschritt der schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen wird den Ausbau im Atlantik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer unterstützen", so Giles Dickson, CEO WindEurope.
Auch im Bereich der PPAs gibt es erste Vertragsabschlüsse zu vermelden. Sechs Langfristlieferverträge wurden 2020 für Windkraftanlagen auf See abgeschlossen. "Lassen Sie uns diesen Schwung beibehalten! Wir brauchen jetzt einen umfassenden gesetzlichen Rahmen für hybride Offshore-Windprojekte, eine verbesserte maritime Raumplanung und gestraffte Genehmigungsverfahren, um das volle Potenzial der europäischen Offshore-Windenergie auszuschöpfen", sagt Dickson. (lm)



